Nachdem «Akte X» im Jahr 2016 und 2018 fortgesetzt wurde, kommt nun das Reboot.
Nachdem «Akte X» im Jahr 2016 und 2018 fortgesetzt wurde, kommt nun das Reboot. | Bild: 20th Century Fox

Hulu bestellt erste Episode zum «Akte X»-Reboot

Pascal Scherrer
Pascal Scherrer

Agent Fox Mulder und Dana Scully sind wohl eines der bekanntesten Serienduos der TV-Geschichte. Doch trotz dem Kultstatus von «Akte X» schreckt Disney nicht von einem Reboot der Serie zurück.

Die treibende Kraft hinter der Neuauflage ist Ryan Coogler, der sich mit Filmen wie «Creed», «Black Panther» und zuletzt «Sinners» einen Namen gemacht hat. Ausgestrahlt wird das Reboot bei Hulu, dem zweiten Streaming-Dienst von Disney. Damit wird die Serie hierzulande also bei Disney+ aufschlagen.

Grobe Story und Hauptdarstellerin bekannt

Voraussetzung ist natürlich, dass der Serienpilot überzeugt. Und genau diesen hat Hulu nun offiziell in Auftrag gegeben. Damit schreitet das Projekt also endlich voran. Wer Fox Mulder und Dana Scully verkörpern werden, ist aktuell noch unklar.

Bestätigt ist bisher nur Danielle Deadwyler in einer der Hauptrollen. Sie ist vor allem durch die Filme «The Harder They Fall» und «Till – Kampf um die Wahrheit» einem breiteren Publikum bekannt. Es scheint natürlich naheliegend, dass sie Dana Scully verkörpern wird.

Danielle Deadwyler ist für das Reboot von «Akte X» bereits bestätigt.
Danielle Deadwyler ist für das Reboot bereits bestätigt. | Bild: Wikimedia Commons/Jennifer 8. Lee

Andererseits ist nicht auszuschliessen, dass Coogler einen anderen Weg gehen wird. Es könnte gut sein, dass das Reboot auf der alten Serie aufbaut und Fox Mulder und Dana Scully damit Teil des neuen Serienuniversums bleiben.

Inhaltlich gibt es bisher allerdings nur diese vaage Synopsis:

«Zwei hochdekorierte, aber total unterschiedliche FBI-Agenten finden sich irgendwie zusammen, als sie zu einer längst aufgelösten Abteilung versetzt werden, die sich mit Fällen von unerklärlichen Phänomenen beschäftigt.»

Der Satzteil «zu einer längst aufgelösten Abteilung versetzt werden» klingt tatsächlich etwas danach, als könnte es sich um Fox Mulders' ehemalige Akte-X-Abteilung handeln. Dass die Orignaldarsteller Duchovny und Anderson dabei sein werden, scheint aber bisher nicht vorgesehen zu sein. Zumindest wurden sie bisher nicht mit dem Projekt in Verbindung gebracht.

Ein persönliches Projekt für Coogler

Die Pilotfolge wird von Coogler höchstpersönlich geschrieben und gedreht. Er fungiert auch als Executive Producer. Ebenfalls dabei ist der Serienschöpfer Chris Carter. Er wird allerdings nur als Executive Producer mitwirken. Diese haben die Gesamtverantwortung und überwachen die Produktion von der Idee bis zum fertigen Projekt. Er wird also sicher kreative Inputs geben, aber selbst nich am Drehbuch mitschreiben.

Für Ryan Coogler ist das Reboot ein sehr persönliches Projekt. 2023 hatte er von sich aus Chris Carter kontaktiert, um ihm ein Reboot mit einer diversen Besetzung vorzuschlagen. Gegenüber «Variety» sagte er im Oktober 2025:

«Genau wie meine Beziehung zu ‹Rocky› mit meinem Vater ist ‹Akte X› eines dieser Dinge mit meiner Mutter. Meine Mutter bedeutet mir alles ... deshalb ist das echt wichtig für mich. Ich will ihr und den Fans gerecht werden. Meine Mutter hat ein paar Sachen gelesen, die ich dafür geschrieben habe. Sie ist total begeistert.»

Wann wir mit der Serie rechnen können, wenn sie es denn überhaupt über den Piloten hinaus schafft, ist aktuell noch unklar.

Eigene Meinung

Puuuuh. Ich weiss nicht. Ich war ein sehr grosser «Akte X»-Fan und hatte entsprechend auch alle Sammler-Editionen der DVDs. Für mich ist sie einer dieser Serien, die nicht rebootet gehört. Andererseits ist das nun mal der Lauf der Dinge, ob einem das gefällt oder nicht.

Ryan Coogler ist zumindest ein fähiger Regisseur (auch wenn ich die Nomination als bester Film von «Black Panther» noch immer nicht verstehe). Da es für ihn ein Herzensprojekt ist, darf zumindest gehofft werden, dass er dem Charakter der Serie treu bleibt.

Für mich stellt sich halt auch die Frage, ob eine solche Serien, wo es um Ausserirdische und Verschwörungen geht heute überhaupt noch funktionieren kann. Denn während «Akte X» in den 90ern noch eher einzigartig war, gibt es heute eine breite Auswahl an Serien, die das Zielpublikum von «Akte X» bedient. Von daher dürfte das Reboot einen schweren Stand haben.

Zumindest am Anfang wird die Serie sicher einige Zuschauer zum Streamen verleiten können. Mehrheitlich Fans wie mich, die neugierig sind, wie das Reboot daherkommt. Spätestens, wenn diese Frage beantwortet ist und die Serie nicht abliefert, dürfte das Interesse aber stark zurückgehen. Das musste zuletzt auch der erfolgsverwöhnte Regisseur James Cameron lernen.