Es hat lange gedauert, doch nun ist HBO Max auch in der Schweiz verfügbar. Preislich orientiert sich der drittgrösste Streaming-Dienst der USA an der Konkurrenz: Los geht es ab 9.90 Franken. Für diesen Preis musst du allerdings Werbung über dich ergehen lassen. Ebenfalls ist es nicht möglich, Inhalte herunterzuladen und ohne Internetverbindung zu streamen.
Wenn du Inhalte offline und ohne Werbung schauen möchtest, musst du mindestens das Standardabo abonnieren. Die Anzahl Inhalte, die du offline speichern kannst, sind aber auf 30 Downloads beschränkt. In beiden Abos kannst du in Full-HD auf bis zu zwei Geräten streamen.
Es gelten Einschränkungen
Wenn du bezüglich Bild- und Soundqualität nur das Beste möchtest, kommst du nicht um das teuerste Abo herum. Dieses kostet 23.90 Franken und bietet 4K UHD und Dolby Atmos. Allerdings schreibt HBO Max auf seiner Website «wo verfügbar». Was genau das heisst, wird nicht näher erläutert.
Auch bei den Downloads bleibt HBO Max kryptisch: Sowohl beim Standardabo als auch beim Premium-Abo (max. 100 Downloads) steht der Zusatz «es gelten Beschränkungen». Auch nach einem Blick in die FAQs bleibt es unklar, was genau das heissen soll. Dort steht nur «Bestimmte Inhalte können eigene Downloadlimits oder -einschränkungen haben».
Ebenfalls unklar bleibt, ob die Downloads bei Serien pro Staffel gezählt werden oder pro Episode. Naheliegend wäre letzteres. Das hiesse aber auch, dass du dir mit dem Standardabo (max. 30 Downloads) etwa nicht alle Staffeln «Game of Thrones» für deine Ferien herunterladen könntest.
Für Sport bezahlst du extra
Inzwischen gehört es für Streaming-Anbieter auch zum guten Ton, Sport-Events live zu übertragen. Auch HBO Max möchte da mitmischen. Für sieben Franken extra pro Monat erhältst du Zugriff auf das Sportpaket. Damit erhältst du Zugang zu ausgesuchten Sportanlässen, die HBO Max übertragen wird. Dazu gehören etwa die US Open, das 24-Stunden-Rennen von Le Mans oder der G'Iro D'Italia. Eine ausführliche Liste gibt es (noch) nicht.
Wie geht es mit Sky Show weiter?
Veränderungen wird es für Kund:innen von Sky Show geben. Bisher waren Inhalte von HBO in der Schweiz exklusiv bei diesem Anbieter verfügbar. Dies wird sich nun ändern. Bereits im den vergangenen Wochen ist die eine oder andere HBO-Serien von Sky Show verschwunden.
Allerdings betont Sky auch, dass jetzt nicht plötzlich alle HBO-Inhalte auf einmal verschwinden werden. So bleiben etwa laufende Serien auf Sky Show erhalten. Dazu gehören etwa «House of the Dragon» oder «The Last of Us».
Ein harter Schlag für Sky Show dürfte aber sein, dass neue HBO-Serien in Zukunft exklusiv auf HBO Max zu sehen sein werden. Dazu gehören unter anderem das neue «Game of Thrones»-Spin-Off «A Knight of the Seven Kingdoms», das voraussichtlich am 19. Januar starten soll. Auch die «Harry Potter»-Serie wird nicht auf Sky Show zu sehen sein.
Auf Sky Show wird es trotzdem weiterhin exklusive Inhalte geben. Zum einen natürlich Sky Originals, zum anderen Produktionen der Universal Studios. Dazu gehören zum Beispiel «Drachenzähmen leicht gemacht» oder die «Jurassic World»-Reihe.
Meine Einschätzung
Für Personen, die Sky Show vor allem wegen HBO-Serien abonniert haben, dürfte Sky Show nun kaum noch interessant sein. Damit bricht für den Anbieter eine herausfordernde Zeit an, um es mal neutral zu formulieren. Wo Sky dafür klar die Nase vorn hat, ist bei den Sport-Events. Hier bietet Sky etliche Fussballinhalte, die HBO Max im Moment noch fehlen. Das dürfte das Sport-Add-on von HBO Max nur bedingt attraktiv machen.
Wo ich bei Sky aber einen dicken Minuspunkt sehe, ist bei der Zuverlässigkeit der App. Inhalte auf Sky Show zu streamen ist noch immer ein «Hit and miss». Das zeigt ein Blick in die jüngeren Bewertungen (etwa auf Android TV), Suchanfragen bei Google und auch in meinem Umfeld. Entweder lädt die App nicht richtig, das Episoden-Tracking funktioniert nicht und auch die Downloads sind noch immer unerträglich langsam.
Wenn HBO Max eine Streaming-Erlebnis abliefert, das einwandfrei funktioniert, wird es für Sky Show langfristig schwierig, wenn die App weiterhin so fehlerhaft ist.