Galaxy S26 Ultra: Zu wenig Fortschritt für ein Flaggschiff?
Bild: Samsung
Meinung Samsung Smartphone

Galaxy S26 Ultra: Zu wenig Fortschritt für ein Flaggschiff?

Bruno Rivas
Bruno Rivas

Auch wenn Samsung kürzlich die Spitzenposition in Europa an Apple abtreten musste, kann man nicht behaupten, dass das südkoreanische Unternehmen in den letzten Jahren etwas falsch gemacht hätte. Trotzdem wirkt Samsung inzwischen seit Jahren etwas innovationslos. Nicht falsch verstehen: Sie bauen wirklich starke Smartphones, doch der Wow-Effekt bleibt mir nun schon seit ein paar Generationen aus.

Bei der vor wenigen Tagen vorgestellten Galaxy S26-Serie fällt auf, dass sich im Vergleich zum Vorgänger- und sogar Vor-Vorgängermodell nicht besonders viel geändert hat. Ein wenig am Design schrauben, einen besseren Chipsatz einbauen und hier und da ein paar neue Software-Funktionen hinzufügen – fertig ist die neue Flaggschiff-Serie. Das ist jetzt zwar etwas überspitzt formuliert, trifft es aber doch irgendwie.

Natürlich gibt der Erfolg Samsung auch recht, aber sich darauf auszuruhen, wäre bzw. ist heimtückisch. Es gab mit Nokia schon einmal einen Hersteller, der dachte, er sei unantastbar. Wo der jetzt ist, wissen wir alle. So schlimm sieht es für Samsung zwar natürlich nicht aus, doch der südkoreanische Hersteller wäre gut beraten, in naher Zukunft wieder mehr Innovation bei der Flaggschiff-Serie zu zeigen.

Chinesische Hersteller lassen Samsung alt aussehen

Wenn wir über Innovation sprechen, darf das neue Privacy Display, das Samsung als erster Hersteller weltweit im Galaxy S26 Ultra verbaut, natürlich nicht unerwähnt bleiben. Das ist zweifellos eine Innovation, wobei ich mir die Frage stelle, wie viele ihren Smartphone-Kauf von genau dieser Funktion abhängig machen. Oder kauft man sich nicht eher ein neues Smartphone wegen einer hochwertigen Kamera und einer langen Akkulaufzeit?

Gerade im Hinblick auf den Akku hat Samsung in diesem Jahr den Anschluss an die chinesische Konkurrenz verloren. In China sind Silizium-Kohlenstoff-Akkus inzwischen Standard geworden. Diese Technologie erlaubt eine deutlich höhere Energiedichte, was zu höheren Kapazitäten bei gleich grossen Akkus führt. Das Resultat sehen wir etwa im Oppo Find X9 Pro mit 7500-mAh-Akku oder auch im kommenden Xiaomi 17 Ultra mit immerhin 6330 mAh.

Damit lassen die Chinesen das Galaxy S26 Ultra mit seinem 5000-mAh-Akku ziemlich alt aussehen. Auch wenn sich durch gezielte Software- und Hardware-Optimierung noch einiges an Kapazität kompensieren lässt, sind das Unterschiede, die sich nicht mehr ausgleichen lassen. Und scheinbar hat man das beim südkoreanischen Hersteller nun auch endlich – wenn auch etwas spät – erkannt.

Aus Südkorea heisst es jedenfalls, dass Samsung inzwischen an einem ersten Smartphone mit Silizium-Kohlenstoff-Akku arbeitet. Sogar ein hochrangiger Manager von Samsung MX hat offenbar zugegeben, dass das Unternehmen möglicherweise hinsichtlich der Akkutechnologie hinterherhinkt. Korrekt erkannt, ja man hinkt definitiv hinterher.

Es stellt sich jetzt die Frage, welches Samsung-Smartphone erstmals einen Silizium-Kohlenstoff-Akku erhalten soll. Ein Galaxy Z Fold8 oder Galaxy Z Flip8 wären passende Kandidaten dafür, schliesslich ist bei diesen Modellen der Platz arg limitiert. Diese beiden Modelle werden mit grosser Wahrscheinlichkeit im Juli 2026 auf dem nächsten Galaxy Unpacked Event vorgestellt werden.

Was die Akku-Thematik anbelangt, das hat nicht nur Samsung verschlafen. Auch Apple und Google stehen hier langsam, aber sicher unter Zugzwang. Konsumenten wünschen sich längere Akkulaufzeiten – das ist kein Mythos. Bei Samsung könnte man sagen, dass das Unternehmen bewusst konservativer an neue Akku-Technologien herangeht, da es vor ein paar Jahren mit dem Galaxy Note 7 ein Fiasko erlebt hat. Dennoch müssen alle Hersteller in puncto Akku möglichst rasch handeln, um nicht komplett den Anschluss zu verlieren.

Bessere Kamera für das Galaxy S27 Ultra?

Wie ich weiter oben bereits erwähnt habe, hat Samsung gleich mehrere Baustellen. Das Ultra-Modell hat seit Jahren gefühlt dieselben Kamerasensoren integriert. Dank der guten Kamera-Software lassen sich noch die eine oder andere Schwäche kaschieren, doch in Tests reicht es schon länger nicht mehr für eine Platzierung auf dem Treppchen. Da haben Hersteller aus China wiederum klar die Nase vorn.

Auch dieser Problematik soll sich Samsung inzwischen annehmen, heisst es zumindest in der Gerüchteküche. Für das Galaxy S27 Ultra plant das Unternehmen angeblich komplett neue Kamerasensoren. Das wäre definitiv ein Schritt in die richtige Richtung, um sich wieder mit den Besten messen zu können.

Doch Samsung sollte nicht nur das Topmodell, sondern auch die günstigeren Modelle wie das Galaxy S26 und das Galaxy S26+ bzw. im nächsten Jahr die S27er-Modelle berücksichtigen. Denn während das Ultra-Modell immerhin von Jahr zu Jahr kleinere Upgrades erhält, sieht es bei den Basis- und Plusmodellen noch trüber aus.

CTA Image

Kaufe dir das Samsung Galaxy S25 Ultra jetzt auf Amazon. Für dich entstehen keine Mehrkosten, aber wir erhalten eine kleine Provision, die hilft, unseren Blog zu betreiben.

Jetzt auf Amazon anschauen