Volvo EX60 vorgestellt: So modern ist Volvos neues Elektro-SUV
Endlich da: Der brandneue Volvo EX60 | Bild: Volvo
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Volvo EX60 vorgestellt: So modern ist Volvos neues Elektro-SUV

Bruno Rivas
Bruno Rivas

Inhaltsverzeichnis

Volvo hat heute Abend um 18:00 Uhr den Vorhang fallen lassen und den mit grosser Spannung erwarteten neuen Elektro-SUV Volvo EX60 offiziell vorgestellt. Das neue Modell markiert einen wichtigen Meilenstein für Volvo. Das Unternehmen selbst spricht von einem Game-Changer. Der EX60 ist das erste Fahrzeug, das auf Basis der neuen SPA3-Architektur auf den Markt kommt. Dadurch ergeben sich viele Vorteile.

Die fortschrittliche 800-Volt-Plattform kommt erstmals mit Zell-in-Karosserie (Cell-to-Body) und Megacasting (spezielles Druckgussverfahren für Elektroautos) daher. Volvo verspricht dadurch eine höhere Effizienz, eine grössere Reichweite und kürzere Ladezeiten. Zudem erhofft sich Volvo durch die neue SPA3-Architektur Preissenkungen bei der Produktion und Skalierbarkeit. Das kommt wiederum den Kund:innen zugute.

Exterieur

Der Volvo EX60 kommt auf eine Länge von 4,80 Metern. Damit ist er gegenüber dem XC60 (4,71 Meter) doch etwas länger geworden. Der Radstand gibt Volvo mit 2,97 Metern an, was auf ein gutes Platzangebot deutet. Wie schon erwähnt, ist der EX60 das erste Fahrzeug das über ein Cell-to-Body-Baufweise aufweist und Megacastig zum Einsatz kommt. Dabei handelt es sich um ein besonderes Druckgussverfahren. Statt mehrere einzelnen Teilen, wird beim EX60 vieles aus einem Guss gefertigt. Je nach Ausstattung und Antrieb kommt der EX60 auf ein Gewicht zwischen 2115 und 2330 Kilogramm.

Volvo verzichtet komplett auf sichtbare Türgriffe. Stattdessen fahren an den Fensteraufnahmen kleine Hebel zum Öffnen der Türen heraus. Wie gut sich das im Alltag bewähren wird, muss sich erst noch zeigen. Auf jeden Fall sorgt dies für eine etwas bessere Aerodynamik, was wiederum in einer besseren Effizienz resultiert. Die Front erinnert an den EX30 und EX90 und wird durch Thors-Hammer-Optik dominiert. Das Heck kommt mit zweiteiligen, vertikalen Heckleuchten daher.

Interieur und Software

Minimalismus ist im Trend. Auch Volvo setzt im EX60 voll und ganz auf Minimalismus und orientiert sich dabei an den anderen Elektroautos EX30 und EX90. Viele physische Tasten sind auf den Pressebildern nicht zu erkennen. Vieles wird über das neu vertikal verbauten Infotainment-Display gesteuert. Ob das jetzt die beste Lösung ist, lassen wir mal so offen.

Das Fahrerdisplay ist etwas ungewohnt weiter oben am Armaturenbrett eingebettet. Das sieht auf den ersten Blick sehr gut aus. Und viele dürften froh darüber sein, dass Volvo im Gegensatz zum EX30 nun wieder ein Fahrerdisplay integriert. Die Mittelkonsole bietet mit der schwebenden Armlehne viel Ablageflächen. Ganz generell gibt es im EX60 viel Stauraum und Ablageflächen.

Apropos Stauraum: Der Kofferraum bietet ein grosszügiges Volumen von 634 Liter, bei umgeklappter Rückbank entsteht sogar ein Volumen von 1647 Liter. Unterhalbe der Ladefläche gibt es noch mehr Stauraum. Zusätzlich gibt es unter der Fronthaube je nach Antriebsvariante einen zusätzlichen Frunk mit bis zu 58 Liter Stauraum. Darin lässt sich beispieslweise das Ladekabel perfekt verstauen.

Beim Infotainment hat Volvo eng mit Nvidia und Google zusammengearbeitet. Google liefert mit Gemini einen ausgereiften KI-Assistenten, womit auch dialogbasierte Konversationen möglich sind. Kein Vergleich zum Google Assistant, der nur vordefinierte Sprachbefehle verstand. Auch kommt Android Automotive von Google zum Einsatz. Unter der Haube kommt der Nvidia Drive AGX Orin Chip zum Einsatz, mit dem dank der vielen Rechenpower auch künftige Assistenzsysteme betrieben werden können.

Auch assistiertes Fahren unterstützt der EX60. Volvo verspricht, dass dies mit eine Geschwindigkeit von bis zu 130 km/h möglich ist. Dabei übernimmt der Assistent das Lenken und den Spurwechsel. Der Fahrer kann dabei auch die Hände vom Lenkrad nehmen. Allerdings muss der Fahrer dennoch aktiv sein.

Leistung und Batterie

Zum Marktstart hin bietet Volvo den EX60 in drei verschiedenen Leistungsstufen an. Alle drei setzen auf die SPA3-Architektur, die eine 800-Volt-Technik anbietet. Das Basismodell nennt sich P6 Electric und kommt mit einem Heckantrieb daher. Der Elektromotor liefert eine Leistung von 275 kW (374 PS) bei einem Drehmoment von 480 Nm. Aus dem Stand heraus beschleunigt diese Leistungsvariante in 5,9 Sekunden auf 100 km/h.

Der P10 AWD Electric verfügt über einen Allradantrieb mit einer Systemleistung von 375 kW (510 PS) und ein Drehmoment von 710 Nm. Damit gelingt die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 4,6 Sekunden. Das leistungsstärkste Modell nennt sich P12 AWD Electric und kommt mit stolzen 500 kW (680 PS) bei 790 Nm. Damit beschleunigt das Fahrzeug in lediglich 3,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Spitzengeschwindigkeit ist bei allen drei Modellen bei 180 km/h erreicht bzw. abgeriegelt.

Bild: Volvo

Bis zu 810 Kilometer Reichweite für die Allradantriebvariante kündigte Volvo an. Und die wird auch bei der teuersten und leistungsstärkste Variante P12 AWD Electric erreicht. Dafür setzt Volvo auf eine richtig grosse 117-kWh-Batterie. Das mittlere Modell verfügt über eine 95-kWh-Batterie und eine Reichweite von bis zu 660 Kilometern. Das Basismodell verfügt über einen 83-kWh-Akku und erreicht damit eine WLTP-Reichweite von bis zu 612 Kilometern.

Damit setzt sich die Topvariante des EX60 sogar gegen den BMW iX3 (bis zu 805 km) und den Mercedes GLC EQ (bis zu 713 km) durch. Beides sind Fahrzeuge, die ebenfalls erst kürzlich vorgestellt wurden.

Bild: Volvo

Damit man nicht allzu lange an der Schnellladestation warten muss, gibts dank der 800-Volt-Technik auch eine flotte Ladeleistung. Die Heckantriebvariante kommt auf maximal 320 kW. Bei den Allradantriebsvarianten sinds bis zu 370 kW. In anderen Worten: In nur 18 Minuten kann die Batterie von 10 auf 80 Prozent aufgeladen werden. Lediglich 10 Minuten dauert das Nachladen von bis zu 340 Kilometern. Das sind sehr gute Geschwindigkeiten, auch wenn sie nicht ganz mit den Topmodellen mithalten kann.

Bild: Volvo

Volvo EX60: Preise und Verfügbarkeit

Der EX60 kann ab sofort auf den europäischen Märkten bestellt werden. Die Produktion beginnt in diesem Frühjahr im Automobilwerk von Volvo Cars in Schweden. Die Auslieferung der Varianten P6 und P10 an die Kunden beginnt in diesem Sommer, die Variante P12 folgt kurz darauf.

Und wie viel verlangt Volvo für die drei Varianten des EX60? Volvo bietet die drei Leistungsstufen in den zwei Ausstattungsvarianten Plus und Ultra an. Die Preise sehen wie folgt aus:

Plus

  • P6 (Heckantrieb): ab 72'000 Franken
  • P10 AWD: ab 79'000 Franken
  • P12 AWD: ab 81'000 Franken

Ultra

  • P6 (Heckantrieb): ab 79'400 Franken
  • P10 AWD: 82'400 Franken
  • P12 AWD: 88'400 Franken