Ugreen NASync DH4300 Plus Test: Preiswertes 4-Bay-NAS mit überraschend vielen Features
Ugreen NASync DH4300 Plus im Test | Bild: vybe
Test Ugreen NAS

Ugreen NASync DH4300 Plus Test: Preiswertes 4-Bay-NAS mit überraschend vielen Features

Bruno Rivas
Bruno Rivas

Vor einigen Jahren hatte ich ein 2-Bay-NAS von Synology im Einsatz. Ich musste kurz im Bestellarchiv von Digitec nachsehen, wann ich es gekauft hatte. Tatsächlich liegt es schon über zwölf Jahre zurück, nämlich im Jahr 2014. Damals gönnte ich mir das Synology DS214 play. Das NAS war dann auch über mehrere Jahre im Einsatz, bis leider eine der beiden 3-TB-Festplatten den Geist aufgab. Seitdem speichere ich meine privaten Daten auf einer externen Festplatte.

Auf meinem alten NAS landeten nicht nur Erinnerungsfotos und sonstige Dokumente, sondern auch zahlreiche Filme und Serien. Diese streamte ich dann über Kodi oder phasenweise Plex auf meinen Fernseher. Ja, das war halt noch eine Zeit, in der Streaming-Plattformen gerade aufkamen. Netflix startete sein Angebot erst ein paar Monate nach meinem Kauf im September 2014 in der Schweiz. Disney+ & Co. gab es noch gar nicht.

Doch schon seit Längerem nervte mich die Datensicherung über eine externe Festplatte. Ich sehnte mich nach einem leistungsfähigen und einfach zu bedienenden NAS. Zunächst schaute ich mich nach einem neuen Synology-NAS um und stellte schnell fest, dass ein anderer Hersteller, mit dem ich NAS bisher nicht wirklich in Verbindung gebracht hatte, ebenfalls leistungsfähige und vor allem preiswerte Modelle im Angebot hat: Ugreen.

Eines davon ist das NASync DH4300 Plus, das mir von Ugreen freundlicherweise als Testgerät zur Verfügung gestellt wurde. Dabei handelt es sich um ein 4-Bay-NAS, in das somit bis zu vier Festplatten integriert werden können. Zumindest auf dem Datenblatt weist es ein sehr attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis auf. Doch werfen wir zunächst einen Blick darauf, was das NAS technisch zu bieten hat.

Ausstattung: Für Privatanwender mehr als ausreichend

Je nach Angebot ist das Ugreen DH4300 Plus bereits für unter 400 Franken erhältlich. Es liegt auf der Hand, dass bei diesem Preis kein besonders leistungsstarker Prozessor verbaut werden kann. Letztendlich handelt es sich um einen Rockchip RK3588C mit acht Kernen, der von einer ausreichend leistungsfähigen GPU (Grafikeinheit) und 8 GB RAM (fest verbaut) flankiert wird. Ob der Prozessor und die GPU genügend Leistung liefert, erfährst du weiter unten.

In den vier Bays lassen sich entweder 2,5 oder 3,5 Zoll-SATA-HDDs oder SSDs integrieren. Unterstützt werden Laufwerke mit einer maximalen Kapazität von 30 TB pro Slot. Somit wird eine maximale Speicherkapazität von 120 TB erreicht. Die Laufwerke lassen sich zwecks Datensicherung in verschiedene RAID verbinden. Unterstützt werden JBOD/Basic, RAID 0, 1, 5, 6 und 10 unterstützt.

Das ist alles im Lieferumfang dabei | Bild: vybe

Wem der gebotene Speicherplatz nicht genügt, kann über die zwei USB-A-Anschlüsse (3.2 Gen 1) sowie einen USB-C-Anschluss (3.2 Gen 1) zusätzliche externe Laufwerke (SSDs oder HDDs) an das NAS anschliessen. Dabei sollte jedoch erwähnt werden, dass die maximale Geschwindigkeit der drei USB-Anschlüsse auf bis zu 5 Gbit/s limitiert ist.

Praktisch ist, dass Ugreen dem DS4300 Plus einen HDMI-Ausgang spendiert hat. Damit kann das NAS theoretisch auch direkt mit dem Fernseher im Wohnzimmer verbunden werden. Etwas, das ich mir vor Jahren auch beim DS214 play von Synology gewünscht hätte. Ansonsten wird der Netzwerkspeicher über den ausreichend schnellen 2,5-Gbit/s-Ethernetanschluss in das Heimnetzwerk eingebunden.

Das NAS von Ugreen kommt nicht ohne Lüfter aus. Im Vergleich zum Synology-NAS ist dieser jedoch kaum wahrnehmbar. Besonders im extra leisen Lüftermodus wird er nicht als störend empfunden. Aber okay, jeder Mensch reagiert etwas anders auf Lüftergeräusche bzw. generell auf Geräusche. Ich habe den Lüfter jedenfalls nicht aktiv wahrgenommen.

Einrichtung und Inbetriebnahme: Mit Schraubenzieher, aber ganz easy

Nachdem wir die technischen Aspekte ausreichend beleuchtet haben, können wir uns nun der Einrichtung und Inbetriebnahme des NAS widmen. Ich war ehrlich gesagt etwas überrascht, als ich im Lieferumfang mehrere Schrauben und einen Schraubenzieher vorfand. Wofür die sind? Nun, die Festplatten müssen mithilfe der Schrauben in die Rahmen montiert werden, die sich dann wiederum in das NAS einschieben lassen. Das ist jedoch nicht schwierig und nimmt auch nicht viel Zeit in Anspruch.

Nachdem ich die vier 4-TB-Festplatten (Red Plus) von Western Digital angeschraubt und wieder in das kompakte NAS-Gehäuse eingeschoben hatte, konnte ich mit der weiteren Einrichtung beginnen. Ich musste das NAS nur noch an den Strom anschliessen und via Netzwerkkabel mit dem Heimnetzwerk verbinden, dann konnte es losgehen.

Dank des gut gemachten Assistenten, der klar verständlich durch die verschiedenen Auswahlmöglichkeiten führt, war die Einrichtung sehr einfach. Bereits nach wenigen Minuten war das DH4300 Plus als neuer Netzwerkspeicher einsatzbereit. Optional lässt sich das NAS auch für den Zugriff aus dem Internet freigeben. Danach läuft alles via Cloud und die Daten sind von überall erreichbar, zudem stehen Apps für Android und iOS bereit.

Ob man das nun möchte, muss jeder für sich selber entscheiden. Letztendlich wird für den Betrieb des Ugreen DH4300 Plus nicht zwingend ein Konto vorausgesetzt.

Das Ugos Pro Betriebssystem ist einfach aufgebaut und bietet alle relevanten Funktionen | Screenshot: vybe

Ugos Pro: Ein Blick auf das Betriebssystem

Auf dem DH4300 Plus kommt das Betriebssystem Ugos Pro von Ugreen zum Einsatz. Es bietet alle Funktionen, die ich auch beim DiskStation Manager (DSM) von Synology genutzt habe. Über die Systemeinstellungen lassen sich beispielsweise neue Benutzer oder Gruppen verwalten, Datei-Dienste (SMB, FTP, WebDAV) aktivieren bzw. deaktivieren oder Energiesparoptionen wie das geplante Ein- und Ausschalten konfigurieren.

Über die Systemsteuerung lassen sich zahlreiche Einstellungen vornehmen | Screenshot: vybe

Über das App-Center lässt sich das NAS um weitere Anwendungen erweitern. Dort sind beispielsweise eine Foto-App, die durch optionale KI-Funktionen erweitert werden kann, eine Theater-App, mit der sich Filme und Serien in einer anschaulichen Mediathek inklusive Beschreibung und TMDB-Bewertung abspielen lassen, sowie die Open-Source-Plattform für die Hausautomatisierung Home Assistant verfügbar.

Über das App Center lassen sich viele zusätzliche Anwendungen installieren | Screenshot: vybe

Die Ugreen NAS App für Android und iOS

Über die Ugreen NAS App erhält man Zugriff auf fast alle Funktionen des NAS, inklusive der Mediathek bzw. Theater-App und vieles mehr. Die App fasst alle Funktionen in einer App zusammen. Die App steht für Android und iOS zum Download bereit. Ausserdem kann sie auch auf dem Apple TV und auf Google TV Smart-TVs oder Set-Top-Boxen installieren. Alternativ kann auch ein DLNA-Server auf dem NAS installiert werden.

Kurzum: Es ist alles vorhanden, was ich an Anforderungen an ein NAS stelle. Das Gute daran ist, dass sich alles sehr einfach und quasi auf Knopfdruck einstellen und bei Bedarf installieren lässt. Vorkenntnisse sind dafür kaum notwendig, wodurch sich das Ugos-Pro-Betriebssystem als äusserst benutzerfreundlich im Alltag erweist.

Leistung reicht locker für den Privatanwender aus

Die grosse Frage ist, ob die gebotene Hardware für den Otto-Normal-Verbraucher ausreicht. Und ja, das kann ich mit gutem Gewissen mit "Ja" beantworten. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass das NAS zu wenig Leistung verfügt. Egal, ob ich jetzt einen Film über das NAS auf mein TV im Wohnzimmer streamte oder grössere Backups auf dem NAS gespeichert habe, das System zeigte keine offensichtlichen Schwächen.

Um das noch mit Zahlen zu untermauern, habe ich die Lese- und Schreibgeschwindigkeiten auf dem NAS untersucht. In meinem Fall handelt es sich um ein RAID 5 über einen 2,5-Gbit-Anschluss. Beim Schreiben der Daten erreichte das NAS eine Geschwindigkeit von knapp 140 MB/s, beim Lesen waren es durchschnittlich 222 MB/s.

Das sind Zahlen, die für den Einsatz im Privathaushalt grundsätzlich mehr als ausreichend sind. Dabei zeigte sich auch ein vergleichsweise guter Energieverbrauch. Die Leistungsaufnahme des Ugreen NASync DH4300 Plus betrug unter Dauerlast knapp 50 Watt und im Stand-by-Modus weniger als 8 Watt.

Bild: vybe

Das Testfazit zum Ugreen NASync DH4300 Plus

Das Ugreen NASync DH4300 Plus überzeugt durch sein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Ugreen hat dabei nicht an den falschen Stellen gespart. Bereits ab unter 400 Franken erhältst du ein geräuscharmes 4-Bay-NAS mit großem Speicherplatz (bis zu 120 TB) und ausreichender Leistung für Backups, Streaming und die alltäglichen Anforderungen eines Privathaushalts.

Das Betriebssystem Ugos Pro zeichnet sich insbesondere durch die einfache Einrichtung und die übersichtliche Benutzeroberfläche aus. Dabei sind keine umfangreichen Vorkenntnisse notwendig, um das NAS schnell in Betrieb zu nehmen. Die wichtigsten Funktionen werden durch das umfangreiche App-Angebot, den optionalen Fernzugriff und die gelungene Mediathek für Filme und Serien abgedeckt.

Zwar kann die Performance nicht mit der von teureren Premium-NAS mithalten, für private Nutzer ist sie jedoch vollkommen ausreichend. Ein weiterer Vorteil ist der geringe Stromverbrauch des NAS. Das DH4300 Plus ist eine empfehlenswerte Alternative zu bekannten Marken für all jene, die ein kostengünstiges, vielseitiges und benutzerfreundliches NAS suchen.

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