Die ersten Kritiken – professionelle wie von von Zuschauerinnen und Zuschauer – lassen bereits erahnen, dass die Videospielverfilmung «Return to Silent Hill» kein grosser Wurf zu sein scheint.
Das scheint auch Auswirkungen auf den Schweizer Kinostart zu haben. Vor wenigen Wochen war bei Schweizer Kinoketten noch von einem Kinostart am 5. Februar die Rede – zeitgleich mit dem Start in Deutschland und Österreich. Hinter dem Release steht der deutsche Verleiher Leonine Studios, der den Kinovertrieb im DACH-Raum übernommen hat.
In den aktuellen Programmvorschauen der Schweizer Kinoketten Pathé und Blue Cinema taucht der Horrorfilm allerdings nicht mehr auf. Weder am 5. Februar noch zu einem späteren Zeitpunkt.
Auf Anfrage erklärt eine Sprecherin vom Schweizer Filmverband ProCinema, dass der Film tatsächlich nicht in ihrer Datenbank zu finden sei. Das könne daran liegen, dass noch Rechte für einen Schweizer Start abgeklärt werden müssen – oder ein Schweizer Kinostart tatsächlich nicht geplant sei.
Fakt ist: «Return to Silent Hill» erscheint bei uns definitiv nicht am 5. Februar in den Kinos. Ob der Start zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt, ist unklar. Eine Anfrage bei der Pressestelle von Leonine Studios ist derzeit noch hängig.
Nicht betroffen ist hingegen der Start in Deutschland. Hier startet der Film wie vorgesehen ab dem 5. Februar.
Kein Kinostart – kein Einzelfall
Dass Filme an Schweizer Kinoleinwänden vorüberziehen, kommt ab und zu vor. So hat beispielsweise Verleiher Ascot Elite im Jahr 2022 den Schweizer Start des deutschen Kinderfilms «Der junge Häuptling Winnetou» gestrichen. Gründe dafür hat der Verleiher nicht genannt. Der Film hatte jedoch nach seinem Start in Deutschland eine Kontroverse ausgelöst, weil Kritiker eine Verbreitung von rassistischen Klischees monierten. Auch hier war Leonine Studios übrigens als Co-Produktionsfirma involviert, wie «20 Minuten» schrieb.
Fans sind vom Film schwer enttäuscht
Eingefleischte Fans der Vorlage sind enttäuscht über die grossen Abweichungen zwischen «Return to Silent Hill» und der Vorlage. Immerhin hat sich Regisseur Christophe Gans das sehr beliebte «Silent Hill 2» als Vorlage für seinen neuen Film genommen. Ein Spiel, das mit einer spannenden und psychologisch tiefgründigen Story aufwartet. Keine leichte Aufgabe, diese in einen knapp zweistündigen Film zu packen.
Aber selbst ohne Fanbrille scheint der Film nur mässig gut anzukommen. Kurz nach US-Release dümpelt der Film auf der Bewertungsplattform «Rotten Tomatoes» bei einer durchschnittlichen Bewertung von 16 Prozent (basierend auf die offiziellen Kritiken) und 30 Prozent (Zuschauerkritiken) herum.
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Meine Einschätzung
Schade! Obwohl mich die Trailer in der Tendenz eher skeptisch stimmten, gab ich Christophe Gans den bekannten «benefit of the doubt». Immerhin gehöre ich zu jenen, die seinen ersten «Silent Hill»-Film einigermassen gelungen fand. Kein Meisterwerk, aber als Fan der Reihe durchaus nett anzuschauen und mit toll designten Monstern und einigen schönen Querverweisen versehen.
Über die Qualität seines zweiten Filmes (und des dritten «Silent Hill»-Filmes insgesamt, aber über «Silent Hill: Revelations 3D» legen wir den Mantel des Schweigens) masse ich mir erst ein Urteil an, wenn ich ihn gesehen habe. Und das wird voraussichtlich leider nicht im Kino sein, sondern erst auf Bluray oder im Stream.
Ob mit dem – vorerst – gestrichenen Kinostart in der Schweiz Schadensbegrenzung seitens Verleiher betrieben wird oder ob andere Gründe dahinterstehen, ist unklar, aber einen Rückzieher so kurz vor Release finde ich dann doch sehr schade.