Das InkPad One richtet sich an Leseratten, Studentinnen und Leute, die auf der Arbeit gerne Notizen machen – oder lesen.
Das InkPad One richtet sich an Leseratten, Studentinnen und Leute, die auf der Arbeit gerne Notizen machen – oder lesen. (Bild: PocketBook)
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PocketBook bringt das InkPad One auf den Markt

Chris Bucher
Chris Bucher

PocketBook bringt mit dem InkPad One einen grossformatigen E-Reader auf den Markt. Das 10,3-Zoll-Gerät kombiniert digitales Lesen mit verschiedenen Funktionen für handschriftliche Notizen. Der Preis: 299 Euro.

Das E-Ink-Mobius-Display (1404 × 1872 Pixel, 226 ppi) bietet genug Platz für PDFs, Fachliteratur oder Comics. Mit dem mitgelieferten «Stylus 2» lassen sich Texte direkt kommentieren, markieren und ergänzen. Ein spezieller Modus trennt Finger-Gesten (Blättern) und Stift-Eingaben, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

Physische Tasten auf der Front gibt es hingegen keine. PocketBook setzt komplett auf Touch- und Stiftbedienung. Minimalistisch, aber Geschmackssache. Fans der Marke dürfte das allerdings nicht stören, waren auch frühere Modelle wie das InkPad EO ähnlich gestaltet.

Offenes System

Basierend auf Linux ist der InkPad One nicht an einen bestimmten Shop gebunden. Unterstützt werden 25 Formate, darunter EPUB, PDF und gängige Comic-Formate. Auch die Bibliotheksdienste Onleihe, Libby sowie Adobe- und LCP-DRM sind laut Hersteller kompatibel.

Für den Daten-Transfer gibt es die PocketBook Cloud, Dropbox und «Send-to-PocketBook». Man kann also Dateien per Mail oder Cloud aufs Gerät schieben. Das kennen wir bereits aus früheren Modellen von PocketBook, wie du in unserem Test zum Era Color nachlesen kannst:

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Neben Text kann der InkPad One auch Audio. Über Bluetooth 5.0 lassen sich kabellose Kopfhörer oder Lautsprecher verbinden. Hörbücher und andere Audiodateien werden direkt unterstützt.

Dazu kommt eine integrierte Text-to-Speech-Funktion, die Texte vorliest und an der letzten Stelle weitermacht. Mehrere Sprachen sind vorinstalliert, weitere können heruntergeladen werden.

Technisch solide, aber kein Kraftpaket

Unter der Haube arbeiten ein 1,8-GHz-Quad-Core-Prozessor, 2 GB RAM und 32 GB interner Speicher. Für E-Books und PDFs reicht das in der Regel. Wer grafiklastige Dokumente benutzt, dürfte aber merken, dass wir hier nicht von einem Tablet sprechen.

Das InkPad One ist ab sofort erhältlich.
Das InkPad One ist ab sofort erhältlich. (Bild: PocketBook)

Meine Meinung

Mit 299 Euro platziert sich der InkPad One zwischen klassischen E-Readern und deutlich teureren E-Ink-Notizgeräten. Er will kein vollwertiges Tablet ersetzen – sondern Lesen mit handschriftlicher Ergänzung ermöglichen.

Spannend ist das offene Ökosystem – eines der Kernmerkmale von PocketBook. Wer keine Lust auf Shop-Bindung wie Amazon hat und regelmässig mit PDFs oder Fachtexten arbeitet, bekommt hier viel Bildschirmfläche fürs Geld.

Offen bleibt, wie präzise und verzögerungsfrei der Stylus im Alltag wirklich arbeitet. Oder wie schnell das InkPad grafiklastige Dateien handeln kann – das zeigt sich erst in einem allfälligen Praxistest.