Oppo Find X9 Pro im Test: Warum ich es einfach liebe!
Das Oppo Find X9 Pro überzeugt im Test | Bild: vybe
Test Oppo Smartphone

Oppo Find X9 Pro im Test: Warum ich es einfach liebe!

Bruno Rivas
Bruno Rivas

Inhaltsverzeichnis

Vorab: Nein, Oppo kehrt (vorerst?) nicht mit dem Find X9 Pro offiziell in die Schweiz zurück. Unser Testgerät haben wir letztlich von Oppo Italien erhalten, wo der chinesische Hersteller weiterhin aktiv ist. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an die PR-Abteilung von Oppo, die uns unkompliziert ein Testgerät vermittelt und diesen Test damit erst ermöglicht hat.

Wie viele andere chinesische Hersteller hat auch Oppo sein neues Flaggschiff-Smartphone Find X9 Pro im Herbst 2025 zunächst in seinem Heimatland vorgestellt. Kurz darauf erfolgte der Europastart, unter anderem in Italien, Österreich und den Niederlanden. In Deutschland und der Schweiz ist das Find X9 Pro weiterhin nur über Drittanbieter bzw. als Import erhältlich.

Ich muss zugeben, dass ich mich sehr auf diesen Test gefreut habe. Es ist schon eine Weile her, dass ich das letzte Mal ein Flaggschiff-Smartphone von Oppo in den Händen gehalten habe. Tatsächlich war es das Find X5 Pro, das vor knapp vier Jahren im Februar 2022 auf den Markt kam. Was hat sich seither getan? Nun, so viel kann ich schon hier verraten: so einiges!

Bild: vybe

Design und Verarbeitung

Vom Design des Find X5 Pro ist beim neuen Flaggschiff kaum noch etwas übrig geblieben. Stattdessen orientiert sich Oppo inzwischen deutlich stärker am gegenwärtigen Smartphone-Mainstream. Besonders deutlich wird dieser Kurswechsel beim dominanten Kameramodul auf der Rückseite. Dieses präsentiert sich in einem rechteckigen Design und fasst sämtliche Kamerasensoren in einem zentralen Element zusammen.

Auch die abgerundeten Längsseiten auf der Rückseite sind gewichen. Während das in die Jahre gekommene Oppo Find X5 Pro noch als absoluter Handschmeichler galt, gibt es beim Find X9 Pro inzwischen einen Alurahmen in Kombination mit einer flachen Rückseite. Das fühlt sich in der Hand deutlich kantiger, dafür aber auch insgesamt etwas griffiger an. Auf der Vorderseite dominiert das grosse Display, das laut Oppo 91 Prozent der Fläche einnimmt.

Alle Tasten am Rahmen haben einen guten Druckpunkt. Auf der rechten Seite befinden sich eine Lautstärkewippe, der Power-Button und eine berührungsempfindliche Kamerasteuerung. Durch zweimaliges Antippen startet die Kamera, innerhalb der Kamera-App kann mittels Slide-Bewegung der Zoom angesteuert werden. Auf der linken Seite befindet sich zusätzlich die Snap-Key-Taste. Ähnlich wie bei Apples Aktionstaste lässt sie sich mit einer Auswahl an individuellen Funktionen belegen. So kann man beispielsweise zwischen Klingelton und Vibration wechseln oder die Taschenlampe starten.

Die erstklassige Verarbeitungsqualität ist geblieben. Das Smartphone wirkt fast so, als wäre es aus einem Guss hergestellt worden. Auch der Schutz kommt beim schlanken Smartphone nicht zu kurz. Der Bildschirm wird durch Gorilla Glass Victus 2 vor Kratzern und Stürzen geschützt. Bei unserem Testgerät war übrigens ab Werk eine Displayfolie angebracht. Welches Material auf der Rückseite eingesetzt wird, ist unklar. Weiterhin ist das Gehäuse nach IP68 und IP69 gegen das Eindringen von Wasser und Staub geschützt.

Obwohl das Find X9 Pro über einen Akku mit besonders hoher Kapazität verfügt, bleibt es mit einem Gewicht von 224 Gramm und dem ca. 8 Millimeter schmalen Gehäuse absolut im Rahmen. Zum Vergleich: Das Samsung Galaxy S25 Ultra wiegt 218 Gramm und das Apple iPhone 17 Pro Max sogar 231 Gramm.

Display

Das Oppo Find X9 Pro ist mit einem 6,78 Zoll grossen LTPO-AMOLED-Display mit einer Auflösung von 2772 × 1272 Pixeln ausgestattet. Wie für aktuelle Flaggschiff-Smartphones üblich, unterstützt das Panel eine adaptive Bildwiederholrate zwischen 1 und 120 Hertz. Dadurch wird eine absolut flüssige Darstellung der Inhalte auf dem Bildschirm gewährleistet.

Was die Qualität des verwendeten Displays betrifft, gibt es absolut nichts zu bemängeln. Das Display liefert eine knackig scharfe Darstellung mit ausgezeichneter Blickwinkelstabilität und akkurater, nicht übersättigter Farbwiedergabe. Wer oft Videos in HDR-Qualität wiedergibt, wird das Display zu schätzen wissen. Auch HDR-Inhalte überzeugen mit einer hervorragenden Qualität. Es unterstützt auch HDR10+ und Dolby Vision.

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Man muss sich auch keine Sorgen bezüglich der Helligkeit im Freien und bei direkter Sonneneinstrahlung machen. Oppo gibt die maximale Helligkeit bei normalen Inhalten mit bis zu 1800 Nits an. Das reicht vollends aus, um die Inhalte auch bei direkter Sonneneinstrahlung ablesen zu können. Bei HDR-Inhalten sind es sogar bis zu 3600 Nits, wobei unklar ist, über welche Fläche diese Helligkeit konstant gehalten werden kann.

Direkt im Display verbaut Oppo einen Ultraschall-Fingerabdrucksensor. Der entsperrt das Smartphone rasant und akkurat. Alternativ lässt sich das Smartphone auch mittels Gesichtserkennung über die Selfiekamera entsperren.

Ausstattung und Leistung

Interessant beim Find X9 Pro ist die Wahl des verbauten Chipsatzes. Im Gegensatz zu anderen Flaggschiff-Modellen hat sich Oppo für den Dimensity 9500 von MediaTek entschieden. Auch ganz neu ist die verbaute Mali G1 Ultra Grafikeinheit mit 12 Kernen. In Kombination mit den 16 GB Arbeitsspeicher (LPDDR5X) und dem schnellen UFS 4.1-Speicher mit 512 GB sollte diese Konfiguration nicht nur für eine ausgezeichnete Alltagsperformance sorgen, sondern auch in grafikintensiven Games überzeugen können.

Was den Alltag betrifft, läuft das Find X9 Pro absolut flüssig. Das Öffnen von Apps geht rasant und innerhalb der Apps lässt es sich butterweich scrollen. Auch wenn mehrere Apps parallel geöffnet sind, kann man schnell und praktisch verzögerungsfrei zwischen ihnen hin und her wechseln. Zwischen dem Snapdragon 8 Elite Gen 5 und dem Dimensity 9500 gibt es hier keine spürbaren Unterschiede.

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Doch wie verhält sich der eingesetzte Chipsatz bei Spielen? Insbesondere unter Dauerbelastung? Grundsätzlich performt der MediaTek-Chipsatz gut und erreicht auch in grafikintensiven Spielen eine hohe Framerate, mit der er mit vergleichbaren Flaggschiff-Smartphones mit Snapdragon-Chipsatz mithalten kann. Allerdings wird das Gehäuse bei Dauerbelastung ziemlich warm, teilweise sogar heiss. Zudem wird die Leistung von CPU und GPU nach einer gewissen Zeit automatisch gedrosselt, was wiederum in teilweise sichtbaren Framedrops resultiert. Wenn du kein Dauerzocker bist, wirst du die Framedrops kaum bzw. nicht wahrnehmen. Alle anderen müssen sich mit kürzeren Drops abfinden.

Der USB-C-Anschluss unterstützt den schnellen USB 3.2 Gen1-Standard mit bis zu 5 Gbit/s. Mitgeliefert wird indes nur ein USB-Kabel mit USB 2.0. Zur weiteren Ausstattung gehören ein Ultraschall-Fingerabdrucksensor, der direkt im Display integriert ist und ausgezeichnet arbeitet, ein IR-Blaster samt passender Remote-App und ein NFC-Chip. Was fehlt? UWB! Oppo verzichtet auch dieses Mal wieder auf die Ultra-Wideband-Funktechnologie.

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Kamera

Das Highlight ist das Kamera-Setup des Find X9 Pro. Im Gegensatz zu OnePlus, arbeitet Oppo weiterhin mit dem Kameraspezialisten Hasselblad zusammen. Die Kameras setzt sich aus einer 50-Megapixel-Hauptkamera, einer 200-Megapixel-Telekamera mit 3-fachem optischen Zoom und einer 50-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera zusammen. Dazu gesellen sich ein Spektralsensor und eine 50-Megapixel-Frontkamera mit Autofokus. In anderen Worten: Wir sprechen hier von einem absoluten High-End-Kamera-Setup.

Das bestätigt das Kamera-Setup dann auch im Alltag. Besonders die Aufnahmen der Hauptkamera und der Telekamera sind phasenweise überragend. Aufnahmen mit der Hauptkamera bei Tageslicht können mit einer ausgezeichneten Schärfe und einer akkuraten Farbwiedergabe sowie einem akkuraten Weissabgleich überzeugen, was auch dem Spektralsensor zu verdanken ist.

Eine überzeugende Aufnahmequalität liefert die Hauptkamera ebenfalls unter schwierigen Lichtverhältnissen bei Nacht. Auch bei schlecht ausgeleuchteten Motiven zeigt sich eine insgesamt stimmige Darstellung, ohne dabei an Farbtreue zu verlieren oder sichtbares Bildrauschen aufkommt. Das ist letztlich schon extrem stark, was der integrierte Sensor und die Nachbearbeitung der Software aus den Motiven herausholen.

Ein ähnliches Fazit können wir zur Telekamera ziehen. Die Zoomkamera überzeugt sowohl bei guten als auch bei schwierigen Lichtverhältnissen mit einer akkuraten Farbwiedergabe sowie scharfen, detailreichen Aufnahmen. Unter guten Lichtbedingungen gelingen auch Fotos mit sechsfachem optischen Zoom, bei denen feine Strukturen klar erhalten bleiben und kaum Artefakte sichtbar sind. Bei schwachem Licht nimmt die Detailtreue zwar erwartungsgemäss leicht ab, insgesamt bleibt die Bildqualität jedoch auf einem hohen Niveau.

Die Ultraweitwinkelkamera liefert bei guten Lichtverhältnissen ebenfalls einwandfreie Aufnahmen. Bei Nachtfotos kann sie jedoch weniger Licht als die Haupt- und Telekamera aufnehmen, was sich dann auch auf den Fotos widerspiegelt. Trotzdem bleiben auch Nachaufnahmen mit der Ultraweitwinkelkamera absolut brauchbar. Das Rauschen hält sich dabei in Grenzen und die Farben können insgesamt überzeugen.

Weitere Fotos mit dem Oppo Find X9 Pro

Software

Das Oppo Find X9 Pro kommt ab Werk mit Android 16 und der hauseigenen Benutzeroberfläche ColorOS 16. Sie unterscheidet sich von Stock-Android, das wir unter anderem von der Pixel-Serie kennen. Oppo orientiert sich bei der Gestaltung etwas mehr an Apples Liquid Glass-Optik. Allerdings sieht all das ziemlich ausgereift aus und nicht etwa zu knallig oder zu bunt.

KI spielt natürlich auch bei Oppo eine wichtige Rolle | Bild: vybe

ColorOS ist gespickt mit von Oppo entwickelten Funktionen. Auf dem Homescreen lassen sich etwa verschiedene Ordnergrössen verwenden oder neu ist es auch möglich, animierte Fotos oder Videos als Hintergrund festzulegen. Auch Oppo bietet eine eigene KI an, die sich Oppo AI nennt. Darüber können beispielsweise Texte aus den eigenen Gedanken verfasst werden, eine AI-Zusammenfassung erstellen lassen oder auch Texte mittels KI übersetzen lassen. Wer lieber Gemini von Google nutzt, kann dies natürlich auch auf dem Find X9 Pro tun. Gemini wird vollständig unterstützt.

Der Snap Key kann mit individuellen Funktionen versehen werden | Bild: vybe

Was die Updates betrifft, da hat Oppo in den letzten Jahren etwas nachgebessert. Für das Find X9 Pro verspricht der chinesische Hersteller insgesamt fünf grosse Android-Versionen und sechs Jahre Android-Sicherheitspatches. Das ist schon richtig gut, geht aber noch etwas besser, wie etwa Google und Samsung bei ihren Top-Smartphones zeigen. Die Sicherheitspatches verteilt Oppo offensichtlich ziemlich schnell: Den Dezember-Sicherheitspatch wurde Mitte Dezember freigegeben.

Der Akku ist ein echtes Highlight im Oppo Find X9 Pro | Bild: vybe

Akku

Für mich ist der riesengrosse 7500-mAh-Akku das absolute Highlight des Oppo Find X9 Pro. Im Gegensatz zu anderen chinesischen Herstellern gibt es den grossen Akku bei Oppo auch in der globalen Variante unverändert. Dabei handelt es sich um einen Silizium-Kohlenstoff-Akku, der eine kompakte Bauweise erst ermöglicht. Und ja, die Akkulaufzeit ist beeindruckend.

Ich nutze mein Smartphone ziemlich häufig. Bildschirmzeiten von über sieben Stunden sind bei mir keine Seltenheit. Dabei nutze ich es primär zum Surfen, für Social Media wie YouTube Shorts oder TikTok sowie fürs Musik- und Videostreaming. Während ich bei anderen Smartphones teilweise gegen Abend nur noch 20 bis 30 Prozent Restakku hatte, sind es beim Find X9 Pro stets um die 60 Prozent. Wow!

Was die Ladegeschwindigkeit betrifft, muss sich das Find X9 Pro nicht verstecken. Zwar gibt es keine 100 oder 120 Watt mehr, wie es früher bei Oppo der Fall war, aber immerhin noch schnelle 80 Watt via USB-C. Kabellos sind bis zu 50 Watt möglich. Aufgrund des grossen Akkus dauert der Ladevorgang dennoch etwas länger: Eine Vollladung benötigt ungefähr eine Stunde. Ach ja, Reverese-Wireless-Charging wird ebenfalls mit bis zu 10 Watt unterstützt.

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Das Testfazit zum Oppo Find X9 Pro

Ich war extrem gespannt auf das Find X9 Pro. Schliesslich ist es das erste Oppo-Smartphone seit dem Find X5 Pro, das ich wieder einmal ausführlich testen durfte. In den vergangenen Jahren hat sich bei Oppo – wenig überraschend – einiges getan. Umso deutlicher wurde mir beim Test des Find X9 Pro, wie schade es ist, dass Oppo seine Smartphones nicht mehr offiziell in der Schweiz anbietet.

Besonders der riesige 7500-mAh-Akku setzt neue Massstäbe und sorgt im Alltag für eine Laufzeit, die viele Mitbewerber:innen deutlich alt aussehen lässt. In Kombination mit einer schnellen Ladegeschwindigkeit, einer hochwertigen Verarbeitung und einem herausragenden Display zählt das Smartphone von Oppo zu den besten High-End-Geräten des Jahres.

Auch das erneut in Zusammenarbeit mit den Kameraspezialisten von Hasselblad entwickelte Kamera-Setup kann mit den Spitzen-Smartphones mithalten. Besonders die 200-Megapixel-Telekamera ist ein echtes Highlight und liefert auch bei höheren Zoomstufen noch beeindruckende Aufnahmen. Doch auch die Hauptkamera weiss mit hoher Schärfe, natürlicher Farbwiedergabe und sehr guter Leistung bei wenig Licht zu überzeugen. Kleinere Schwächen zeigt höchstens die Ultraweitwinkelkamera bei Nacht – ein Kritikpunkt auf hohem Niveau.

Der MediaTek-Dimensity-9500-Chipsatz liefert im Alltag eine exzellente Leistung, gerät unter Dauerlast jedoch spürbar ins Schwitzen und drosselt die Leistung. Da ich kein Smartphone-Gamer bin, hat der MediaTek-Chipsatz für mich mehr als ausgereicht. Für Gamer wäre hingegen der Snapdragon 8 Elite Gen 5 die bessere Wahl gewesen. Aber auch das ist letztlich ein Kritikpunkt auf sehr hohem Niveau.

Unterm Strich ist das Oppo Find X9 Pro ein extrem leistungsstarkes Flaggschiff-Smartphone. Wer sich vom hohen Verkaufspreis nicht abschrecken lässt, erhält eines der derzeit spannendsten Smartphones, die es (als Import) zu kaufen gibt.

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