«Dead Space» dürfte einigen das Fürchten gelehrt haben.
«Dead Space» dürfte einigen das Fürchten gelehrt haben. (Bild: Screenshot Trailer)
Unterhaltung Gaming PlayStation 5

Hype um «Resident Evil 9»: Das sind die gruseligsten Horrorgames

Chris Bucher
Chris Bucher

Inhaltsverzeichnis

Seit dem 27. Februar lehrt uns «Resident Evil 9 – Requiem» das Fürchten. Mit einer düsteren Klinik, dunklen Kellergewölben und den Ruinen einer zerbombten Polizeizentrale führt uns der Horrortrip durch so manche schaurige Orte. Der mittlerweile neunte Hauptteil verkauft sich derzeit kaum ein Teil zuvor.

Fans der Reihe sind sich ziemlich einig, dass sich Capcom mit «Resident Evil 9 – Requiem» wieder stärker am Horror der früheren Teile annähert. Für Gruselfans – wie meine Wenigkeit – also ein wahrer Leckerbissen.

Und der perfekte Zeitpunkt, um sich nostalgisch verklärt zurückzubesinnen an jene Games, die mir auf der PlayStation in der Vergangenheit das Fürchten gelehrt haben. Wer weiss, vielleicht ist auch der ein oder andere Tipp für dich dabei.

Outlast

Unbewaffnet und nur mit einer Videokamera ausgerüstet durch eine alte Klinik voller mordender Irrer zu schleichen, ist selbst als Investigativjournalist eine völlig depperte Idee. Und das sage ich als Berufskollegen des Protagonisten von «Outlast».

Als Game funktioniert der «Hide and Seek»-Trip aber wunderbar. Gerade das Spiel mit der absoluten Finsternis, durch die wir uns nur dank der Nachtsicht-Funktion unserer Kamera bewegen können, sorgt für den Löwenanteil des Stress und Grusels. Die teils hektischen Verfolgungsjagden durch die verwinkelten Flure der Anstalt setzen dem ganzen Grauen noch die Krone auf. Hat mich der DLC «The Whistleblower» noch restlos überzeugt – und eigentlich ein kompakteres und besseres Erlebnis geboten als das Hauptspiel, konnte mich «Outlast 2» leider nicht mehr so überzeugen.

Silent Hill 2

Die «Silent Hill»-Reihe ist für mich ein Sonderfall. Auch wenn die Reihe immer wieder gruselige Momente hat, empfinde ich die Atmosphäre der Spiele zumeist eher melancholisch als erschreckend. Man könnte fast sagen, ich fühle mich in der vernebelten Kleinstadt wohl.

Das ändert nichts daran, dass gerade im 2024 erschienenen Remake die ein oder andere Passage für ordentlich Schweiss an den Händen gesorgt hat. Leute, die das Spiel ebenfalls gezockt haben, dürften ahnen, um welchen Ort es sich handelt: Toluca Prison. Stockdunkle Gefängnistrakte, überall das Geräusch von herumkrabbelnden Monstern an den Wänden und Decken und wenn man noch die Zellentüren öffnen muss, um weiter zu kommen, dürfte auch dem Hartgesottensten Zocker der Puls in die Höhe schnellen.

Alien: Isolation

Ich bin kein Gamer, der beim Spielstart gleich den höchsten Schwierigkeitsgrad anwählt. Aber bei «Alien: Isolation» habe ich das gemacht. Warum auch immer. Wohl, weil es in dem Horrorgame hauptsächlich darum geht, dem titelgebenden Xenomorph auszuweichen und sich zu verstecken. Direkte Konfrontationen enden nämlich im Tod. Immer.

Und mein lieber Scholli hat sich das gelohnt. Auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad hat die KI des Aliens ordentlich was auf dem Kasten, lernt meine Bewegungsmuster und wo und wie ich mich verstecke. Es wiegt mich in falscher Sicherheit, lockt mich in die Falle und lauert mir auf.

Selten hatte ich es mit einem Spiel zu tun, bei dem mein Gegner derart unberechenbar war. Und genau das hat den ersten Durchgang von «Alien: Isolation» zu einer meiner packendsten und besten Horrorerfahrungen überhaupt gemacht.

So sehr sogar, dass ich über repetitive Aufgaben, eine etwas zu lange Spielzeit und Schwächen im Storytelling hinwegsehen konnte.

Resident Evil 2 – Das Original

Wir schreiben das Jahr 1998 und Klein-Chris, schnüsige 11 Jahre alt, kriegt von seinem Klassenkollegen eine der beiden CDs von «Resident Evil 2». Claire's Kampagne. In einer einzelnen CD-Hülle und ohne Anleitung. Wer das Game kennt, weiss: hier gibt's kein Tutorial und kein gemächlicher Einstieg.

Das Spiel wirft einen mitten auf die zombieverseuchten Strassen von Raccoon City. Ein brennendes Wrack im Rücken, anrückende Untote vor mir. Bis ich nur schon die Steuerung verstanden und mich der ersten Zombies erwehren konnte, bin ich zigmal gestorben.

Später habe ich mich tapfer durch die Stadt und dann die unheimlichen Gänge des RCPD gekämpft und gezittert (der verdammte Licker an der Decke mit seinem ekelhaften Gehechel!). Bis mir im Keller der Polizeizentrale die Munition ausging – und im Flur vor mir das unheilbringende Klicken von Hundekrallen auf kaltem Beton erklang. Das war just der Moment, an dem ich als Bengel entschieden habe, abzubrechen. Obwohl schon früh ein Fan von Horror und Grusel war das dann doch des Guten zu viel.

Jahre später habe ich mich nach dem Spielen des Remakes noch einmal an das Original gewagt – und war überrascht, wie atmosphärisch das Spiel trotz angestaubter Grafik immer noch ist. Aber den Grusel hatte es fast gänzlich verloren und die Zombieköter im Keller habe ich problemlos aus dem Weg geräumt. Eine wohltuende – wenn auch reichlich späte – Rache für mein jüngeres Ich.

Dead Space

Zugegeben verliert das Sci-Fi-Horrorspektakel nach den ersten paar Stunden einiges von seinem Schrecken – weil man ein immer grösseres Waffenarsenal bekommt und die Jumpscare-Angriffe der Gegner voraussehbar werden –, dennoch fand ich den Überlebenskampf auf dem verlotterten Raumschiff USG Ishimura ziemlich schweisstreibend. Das liegt nebst der tollen Optik auch am intensiven Sounddesign. Selbst wenn ich durch dunkle, leere Gänge laufe, fühlt sich das Raumschiff mit seinem Knarren, Knarzen und Scheppern sehr lebendig an.

Dass der ganze Trip noch blutig und eklig wie Sau ist, macht alles nur noch intensiver. Denn wer hier nicht gezielt Gliedmassen der grässlich mutierten Gegner weglasert wie Tante Brigitte ihre Barthaare, sieht schnell kein Land mehr. Hat mit Teil 2 noch viel Spass und den ein oder anderen Jumpscare beschert, geriet die «Dead Space»-Reihe mit Teil 3 gänzlich aus den Fugen. Und weil das – in meinen Augen sehr gelungene – Remake von 2023 nicht erfolgreich genug war, dürfte die Reihe fürs erste in den schwarzen Tiefen des Alls verschwinden. Leider.

Amnesia: The Bunker

Nachdem ich den universell gefürchteten Erstling «Amnesia – The Dark Descent» zwar erst spät entdeckt habe, aber bei weitem nicht so unheimlich fand wie viele andere (dafür reichlich antiquiert), war es für mich «Amnesia: The Bunker», der Herzrasen ausgelöst hat.

Alleine als Soldat in einem verwinkelten Bunker im Ersten Weltkrieg nach einem Ausgang zu suchen, während ein grässlich deformiertes Monster jederzeit aus einem der zahlreichen Löcher in den Wänden krabbeln kann, ist schon unheimlich genug.

Tatsächlich sind es aber die Gameplay-Elemente, die so richtig für Stress sorgen. Wir müssen den Bunker nach Benzin absuchen, damit unser Generator genug Saft für die Beleuchtung hat. Sonst bleibt uns nur eine kleine Akku-Taschenlampe, die man geräuschvoll aufziehen muss. Lärm lockt aber unseren unliebsamen Verfolger an und gegen den sind wir lange Zeit absolut wehrlos.

Ich empfand diesen Gameplay-Loop gepaart mit dem unverbrauchten Setting und der spannenden Story als sehr packend und schweisstreibend. Und für mich der absolute Höhepunkt des Franchise.

Little Nightmare

Zugegeben, mit dem Paniklevel der oben genannten Titel kann «Little Nightmare» nicht ganz mithalten. Aber was die Atmosphäre angeht, spielt der das düstere Adventure von Tarsier in der obersten Liga. Als kleines Kind durch einen gigantischen industriellen Komplex schleichen, der von allerhand unheimlichen Gestalten bewohnt wird, ist ziemlich schweisstreibend. Und zeigt, dass Horror auch funktioniert, ohne literweise Blut zu verspritzen. Hier trifft grossartiges Art-Design auf spannende Lore.

Für Fans der mittlerweile dreiteiligen Reihe: Jüngst hat Publisher Bandai Namco ein Spin-Off für VR-Geräte angekündigt.

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