Der Live-Service-Shooter «Highguard» verschwindet schneller, als viele ihn überhaupt ausprobieren konnten. Nur fünf Wochen nach Release zieht das Studio den Stecker. Am 12. März 2026 ist endgültig Schluss. Damit gesellt sich der Shooter in eine Serie gescheiterter Multiplayer-Hoffnungen.
Highguard erschien am 26. Januar 2026 für PS5, Xbox Series X|S und PC. Schon bei der Enthüllung an den The Game Awards war die Stimmung verhalten. Zu viele Live-Service-Projekte waren zuvor gescheitert, zu gross die Skepsis gegenüber neuen «Plattform-Games», die auf jahrelange Monetarisierung setzen.
Laut einer Mitteilung von Wildlight Entertainment auf X haben zwar über zwei Millionen Spieler:innen reingeschaut. Doch das reichte offenbar nicht. Man habe es nicht geschafft, «eine nachhaltige Spielerbasis aufzubauen». Übersetzt heisst das wohl: zu wenig aktive Spielerinnen und Spieler und zu wenig Umsatz.
Ein letztes Update als Abschiedsgeschenk
Ganz kommentarlos verschwindet das Spiel nicht. Wie «Play 3» schreibt, kündigt das Studio ein finales Update an – mit neuer Spielfigur, neuer Waffe, zusätzlichen Skilltrees und Account-Level-Fortschritt. Ein kleines Trostpflaster für jene, die geblieben sind.
Wie gross dieses Update tatsächlich ausfällt, bleibt abzuwarten. Klar ist aber: Es ändert nichts mehr am grundsätzlichen Entscheid. «Highguard» ist kein Einzelfall. Bereits 2024 scheiterte «Concord» spektakulär. Auch «XDefiant» und «Resident Evil Re:Verse» wurden nach kurzer Zeit wieder eingestellt.
Der Live-Service-Markt ist brutal. Wer hier mitspielen will, konkurriert nicht nur mit Neuerscheinungen, sondern mit Dauerbrennern wie «Fortnite», «Call of Duty», «Battlefield» oder «Apex Legends». Also Games, die seit Jahren gewachsen sind und ihre Communities fest im Griff haben.
Meine Meinung
Für Konsumenten ist die ganze Nummer vor allem eines: ein Vertrauensproblem. Wer kauft noch ein Vollpreisspiel mit Online-Zwang, wenn nicht klar ist, ob es in zwei Monaten überhaupt noch existiert?
Der Fall «Highuard» zeigt einmal mehr, wie riskant Live-Service-Modelle sind – nicht nur für Studios, sondern auch für die Community. Vielleicht führt genau diese Häufung von Schnellabschaltungen, wie wir sie in jüngster Zeit mehrfach erleben mussten, irgendwann zu einem Umdenken.