Google Pixel 10a: Der Mittelklasse-Geheimtipp mit Top-Kamera?
Das Google Pixel 10a | Bild: vybe
Test Google Smartphone

Google Pixel 10a: Der Mittelklasse-Geheimtipp mit Top-Kamera?

Bruno Rivas
Bruno Rivas

Inhaltsverzeichnis

Hast du keine Lust, ein halbes Vermögen für ein neues Smartphone auszugeben? Es sollte trotzdem eine gute Kamera, ein gutes Display und eine ausreichend lange Akkulaufzeit haben? Nun, dann könnte das Pixel 10a von Google spannend für dich sein sein. Es ist das neueste Mitglied der Pixel-10-Familie und ist in der Schweiz bereits ab 499 Franken bzw. 529 Euro im Euro-Raum erhältlich.

Trotz der aktuellen Speicherkrise bleiben die Preise zum Vorjahresmodell Pixel 9a erfreulicherweise unverändert. Wer mehr als 128 GB Speicherplatz benötigt und seine Daten nicht in der Cloud speichern möchte, sollte direkt zur 256-GB-Variante greifen. Ansonsten kann es schnell knapp werden, zumal Android alleine schon um die 15 GB Speicher für sich in Anspruch nimmt. Für die 256-GB-Variante werden allerdings bereits bei 599 Franken bzw. 629 Euro fällig.

Google Pixel 10 Pro Fold im Test: Altes Design, neue Technik
Das Google Pixel 10 Pro Fold überzeugt im Test mit robustem Design, starken Displays, guter Akkulaufzeit und beeindruckenden KI-Funktionen wie Live-Übersetzung.

In den letzten Jahren stattete Google die Pixel-a-Serie jeweils mit dem aktuellen Chipsatz aus, der erstmals im Herbst in den teureren Modellen zum Einsatz kam. In diesem Jahr ändert Google seine Strategie jedoch grundlegend: Im Pixel 10a kommt nicht der Tensor G5, wie in den anderen Pixel-10-Smartphones, sondern der Vorjahres-Chipsatz Tensor G4 zum Einsatz. Somit hat das Pixel 10a denselben Chipsatz verbaut, wie die letztjährigen Modelle Pixel 9, Pixel 9 Pro und Pixel 9a.

Doch warum verbaut Google nicht den aktuellen Chipsatz im Pixel 10a? Nun, durch den Einsatz des älteren und letztlich auch preiswerteren Chipsatzes dürfte Google eine Preiserhöhung aufgrund der hohen Speicherkosten vermeiden bzw. abfedern. Mehr Leistung gibt es somit mit dem Pixel 10a nicht. Doch kann das Mittelklasse-Smartphone in anderen Bereichen punkten? Unser Test verrät es dir.

Links: Google Pixel 10a / Rechts: Google Pixel 9a | Bild: vybe

Design: Irgendwie gleich, aber irgendwie doch nicht

Nicht nur der Chipsatz wurde nicht aufgerüstet: Auf den ersten Blick sieht das Pixel 10a seinem Vorgängermodell auch zum Verwechseln ähnlich. Man muss schon zweimal hinsehen, um die kleinen, aber durchaus wirkungsvollen Unterschiede auszumachen. Einer dieser Unterschiede ist auf der Rückseite beim Kameramodul zu finden.

Im Gegensatz zu allen mir bekannten Smartphones steht die Kamera des 9 Millimeter dicken Pixel 10a nämlich keinen Millimeter hervor. Das sieht auf den ersten Blick vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig und vielleicht sogar etwas billig aus, hat aber durchaus seine Vorteile. So liegt das Gerät ganz ohne Schutzhülle plan auf dem Tisch und kippt bei der Bedienung auch nicht um.

Beim Google Pixel 10a (rechts) ragt der Kamerabuckel nicht mehr hervor | Bild: vybe

Google damit damit ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen, dass vor allzu langer Zeit noch gar keins gewesen wäre. Obwohl das Pixel 10a mit seinen 9 Millimeter nicht gerade dünn ist, liegt es ausgezeichnet in der Hand. Dafür sorgt auch das vergleichsweise niedrige Gewicht von 183 Gramm. Damit ist es nochmals 3 Gramm leichter als das Pixel 9a.

Bild: vybe

Der Gehäuserahmen ist in derselben Farbe gehalten wie das restliche Gehäuse. Allerdings setzt Google, wie schon beim Vorgängermodell, auf eine mattierte Optik. Apropos Farben: Das Google Pixel 10a gibt es in den Farben Lavender, Berry, Fog und Obsidian. Unser Modell ist in der Farbvariante Fog gehalten. Es handelt sich um einen hellen, neutralen Grauton mit einem Hauch von Grün.

Die Mittelklasse-Smartphones von Google zeichneten sich in der Vergangenheit stets durch eine saubere Verarbeitung aus. Das ändert sich beim Pixel 10a nicht, obwohl die Rückseite erneut aus Kunststoff besteht. Das Gerät knarzt jedenfalls nicht und die physischen Tasten (Lautstärke-Wippe und Power-Button) haben einen guten Druckpunkt. Das Display wird von Corning Gorilla Glass 7i geschützt.

Bild: vybe

Display

Im Pixel 10a verbaut Google erneut ein 6,3 Zoll grosses P-OLED-Display mit einer Auflösung von 2424 x 1080 Pixeln und einer Bildwiederholrate von bis zu 120 Hz. Was es auch in diesem Jahr nicht gibt, ist eine adaptive Bildwiederholrate. Dafür wäre ein LTPO-Panel notwendig gewesen, das Google bei der Mittelklasse jedoch spart. Das heisst, dass das Pixel 10a entweder mit 60 oder mit 120 Hz betrieben wird. Dafür ist das Display mit bis zu 3000 Nits immerhin 11 Prozent heller als das des Pixel 9a.

Das Display bietet im Alltag eine gute Farbwiedergabe und Blickwinkelstabilität. Was mir persönlich nicht gefällt und das Pixel 10a als „günstigeres Modell“ verrät, sind die nach wie vor ziemlich ausgeprägten Displayränder. Das hat mir bereits beim Vorgängermodell nicht gefallen. Dass auch ein Mittelklasse-Smartphone dünnere Ränder haben kann, haben schon zahlreiche andere Hersteller gezeigt. Also, Google, bitte nächstes Jahr mit weniger dicken Displayrändern.

Bild: vybe

Ausstattung und Leistung

Ja, das Pixel 10a wird nicht mit dem aktuellsten Chipsatz von Google auf den Markt kommen. Das ist einerseits etwas schade, dürfte die Zielgruppe aber nicht wahnsinnig interessieren. Die Pixel-a-Serie soll einfach funktionieren, ohne dass dafür allzu potente Hardware nötig ist. Und das tut das Pixel 10a. Im Alltag merkt man weder, dass ein Chipsatz aus dem Vorjahr zum Einsatz kommt, noch, dass nur 8 GB Arbeitsspeicher verbaut sind.

Die 128 GB interner Speicher des Basismodells sind inzwischen etwas knapp bemessen. Ich würde mir wünschen, dass Google das 128-GB-Modell künftig streicht und stattdessen das 256-GB-Modell als Basis anbietet. Da aber auch die teureren Pixel-10-Smartphones mit 128 GB angeboten werden, wird sich das wohl nicht allzu bald ändern. Zudem sind die Preise für Speicherchips aktuell sehr hoch, sodass meine Hoffnungen eher gering sind.

Das Pixel 10a ist zwar kein kompaktes Kraftpaket. Aber es entsteht auch nicht das Gefühl, dass die Leistung im Alltag nicht ausreicht. Klar, bei grafikintensiven Games kommt das Pixel 10a an seine Grenzen, aber grundsätzlich läuft darauf alles – wenn auch nicht mit den besten Grafikeinstellungen. Für alltägliche Aufgaben wie Surfen oder das Anschauen von Videos reicht die Leistung aus. Insgesamt lässt sich das Pixel 10a flüssig bedienen.

In puncto Konnektivität muss man beim Pixel 10a ein paar Abstriche machen. So fehlt etwa die Unterstützung für Wi-Fi 7 (nur Wi-Fi 6E ist vorhanden) und ein Ultrabreitband-Chip (UWB) ist ebenfalls nicht vorhanden. Dafür integriert Google erstmals in der Mittelklasse eine Satellitenfunktion, die in brenzligen Situationen lebensrettend sein kann. Natürlich sind auch NFC fürs kontaktlose Bezahlen und GPS an Bord.

Bild: vybe

Kamera

Beim Kauf eines neuen Smartphones legen viele Wert auf eine besonders gute Kamera. Bereits das Pixel 9a konnte in dieser Hinsicht überzeugen. Vermutlich auch aus diesem Grund hat sich Google entschieden, ganz einfach dasselbe Kamera-Setup auch mit Pixel 10a zu verbauen. Es gibt somit erneut eine 48-MP-Hauptkamera und eine 13-MP-Ultraweitwinkelkamera. Eine Telekamera für optischen Zoom ist beim Pixel 10a jedoch nicht vorhanden. Wer zoomen möchte, muss daher auf den digitalen Zoom zurückgreifen.

Und ja, auch das Pixel 10a macht damit wieder richtig schöne Fotos - insbesondere mit der Hauptkamera. Man muss nur das gewünschte Motiv anpeilen und die Kamera sowie die geniale Kamera-Software von Google erledigen den Rest. Die Fotos überzeugen mit einem kontrastreichen Finish und können auch bei schlechteren Lichtverhältnissen überzeugen.

Die Ultraweitwinkelkamera kann nicht ganz überzeugen. Schon das Vorgängermodell konnte in dieser Hinsicht nicht vollends punkten. Da im Pixel 10a dieselben Sensoren verbaut sind, kann sie auch dieses Jahr nicht mit den tollen Fotos der Hauptkamera mithalten. Besonders bei schlechten Lichtverhältnissen zeigt sie Schwächen, die auch die Software von Google nicht ausgleichen kann.

Im Gegensatz zum Pixel 9a verfügt das neue Modell nun auch über den „Camera Coach”. Google hat diese Funktion mit der Pixel-10-Serie eingeführt und bringt sie nun also auch in die Mittelklasse. Der Camera Coach wird von Googles KI Gemini unterstützt und soll Fotografen dabei helfen, noch bessere Fotos zu machen. Neu ist auch die Funktion „Automatisch beste Aufnahme”. Wenn sie aktiviert ist, macht die Kamera bei Gruppenaufnahmen automatisch mehrere Bilder und kombiniert diese, um das beste Ergebnis zu erzielen. Das funktioniert in der Praxis sehr zuverlässig und gut.

Was mir beim Pixel 10a wirklich fehlt, ist eine Telekamera. Zwar kann das Pixel 10a digital bis zu achtfach zoomen, doch die Qualität lässt vor allem bei höheren Zoomstufen zu wünschen übrig. Ansonsten liefert das Pixel 10a eine Kamera, mit der man einfach draufhalten und losknipsen kann. Der Aufwand ist gleich Null und die Resultate sind besonders mit der Hauptkamera sehr gut.

Software

Das Pixel 10a wird ab Werk mit Android 16 ausgeliefert. Fans von Stock-Android werden die Pixel-Smartphones lieben. Ich persönlich mag sie auch, da sie ohne Bloatware auskommen – sofern man die Google-Dienste nicht als Bloatware einstuft. Besonders hervorzuheben ist die lange Update-Garantie. So erhält auch das Pixel 10a mindestens sieben Jahre lang neue Android-Versionen und Sicherheitspatches. Das ist sehr vorbildlich und gibts in der Mittelklasse höchstens bei Samsung.

Trotz etwas weniger potenter Hardware ist das Pixel 10a perfekt auf den KI-Assistenten Gemini abgestimmt. Ansonsten ist alles vorhanden, was man sich wünscht. Und spätestens seit dem letzten grossen Update für Android 16 lässt sich das Betriebssystem deutlich stärker nach dem eigenen Geschmack anpassen. Insgesamt läuft Android 16 auf dem Pixel 10a flüssig und ohne Ruckler.

Bild: vybe

Akku

Der 5100-mAh-Akku hält locker einen Tag durch. Über Nacht sollte man ihn dann wieder aufladen, damit man den nächsten Tag ohne Unterbruch übersteht. Das Laden erfolgt neu mit bis zu 30 Watt über den USB-C-Anschluss oder mit maximal 10 Watt drahtlos. Im Gegensatz zu den anderen Pixel-10-Smartphones verzichtet Google auf den integrierten magnetischen Ring (Pixel Snap).

Bild: vybe

Das Testfazit zum Google Pixel 10a

Das Pixel 10a zeigt, dass Smartphones gar nicht mehr jährlich aktualisiert werden müssen. Im Vergleich zum Vorgängermodell sind die Neuerungen kaum erkennbar. Google hätte das Pixel 10a genauso gut auslassen und im kommenden Jahr direkt das Pixel 11a vorstellen können. Dann gäbe es vielleicht hier und da ein paar Neuerungen. Das will jedoch nicht heissen, dass das Pixel 10a ein schlechtes Smartphone ist.

Das Pixel 10a ist ein gutes Smartphones, das sich vor allem an Nutzer:innen richtet, die ein gutes Gesamtpaket zu einem fairen Preis suchen. Für rund 499 Franken erhält man ein gut verarbeitetes Smartphone mit hellem 6,3 Zoll Display, flüssiger Bedienung und eine sehr gute Kamera in dieser Preisklasse. Besonders die 48-Megapixel-Hauptkamera überzeugt dabei mit kontrastreichen Fotos und zuverlässigen Aufnahmen selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen. Auch die lange Update-Garantie von sieben Jahren sowie das aufgeräumte Android-Erlebnis mit Android 16 gehören zu den grossen Stärken des Geräts.

Obwohl Google dies nicht bestätigt hat, gehe ich stark davon aus, dass Google aufgrund der Speicherkrise nun im Pixel 10a den Vorjahres-Chipsatz Tensor G4 verbaut. Im Alltag fällt der "alte" Chip zwar nicht negativ auf, aber er bringt dennoch kein Leistungsupgrade. Das Thema mit dem zu dicken Displayrändern hatten wir schon im letzten Jahr und hat sich auch in diesem Jahr nicht wirklich verbessert. Ansonsten muss man auf aktuelle Technik wie Wi-Fi 7, ein UWB-Chip oder auch eine Telekamera für optischen Zoom verzichten. Zudem sind die 128 GB Speicher im Basismodell inzwischen eher knapp bemessen.

Letztlich ist das Google Pixel 10a genau das, was es sein soll: ein handliches, unkompliziertes und preislich attraktives Mittelklasse-Smartphone. Meine Empfehlung: Wer kann, sollte mit dem Kauf noch etwas warten. Der Preis wird in den kommenden Monaten sicherlich noch etwas sinken. Spätestens dann ist das Pixel 10a eine spannende und empfehlenswerte Wahl.

CTA Image

Kaufe dir das Google Pixel 10a jetzt auf Amazon. Für dich entstehen keine Mehrkosten, aber wir erhalten eine kleine Provision, die hilft, unseren Blog zu betreiben.

Jetzt auf Amazon anschauen