Galaxy Buds 4 Pro im Test: Samsung macht fast alles besser
Bild: vybe
Hardware-Test Samsung In-Ear-Kopfhörer

Galaxy Buds 4 Pro im Test: Samsung macht fast alles besser

Bruno Rivas
Bruno Rivas

Inhaltsverzeichnis

In den letzten zwei Jahren habe ich die Galaxy Buds 3 Pro im Alltag sehr gerne genutzt. Tatsächlich haben sie sich zu meinen täglichen Begleitern gemausert. Fakt ist aber, dass es in bestimmten Punkten noch bessere In-Ears gibt. Sei es die Klangqualität, die aktive Geräuschunterdrückung oder die Akkulaufzeit: Einige Konkurrenten bieten hier einfach mehr, darunter etwa die Sony WF-1000XM6 oder dessen Vorgängermodell die Sony WF-1000XM5.

Design und Tragekomfort

Mit den Galaxy Buds 4 Pro, die Samsung zusammen mit der Galaxy-S26-Serie vorgestellt hat, will der Hersteller den Vorgänger in allen Punkten übertreffen. Dafür hat Samsung nicht nur das Design des Ladecases, sondern auch das der In-Ear-Kopfhörer selbst überarbeitet. Samsung verabschiedet sich bei der vierten Generation auch von den Blade Lights, also dem LED-Lichtstreifen an den Stielen.

Bild: vybe

Der Wegfall der LED-Lichtstreifen ist nicht tragisch, da ich diesen ohnehin keine grosse Beachtung geschenkt habe und sie eher als Spielerei angesehen habe. Positiv hervorzuheben ist, dass Samsung sich vom dreieckigen Stiel getrennt hat. Dank der insgesamt flacheren Bauform und der Einkerbungen am Stiel lässt sich das Gerät nun besser am Ohr bedienen.

Anstelle des LED-Lichtstreifens gibt es nun an der Aussenseite eine Metallfläche, die für einen insgesamt wertigeren Eindruck sorgt. Die Galaxy Buds 4 Pro wiegen jeweils nur 5,1 Gramm. Damit sind sie angenehm leicht und stören auch beim längeren Tragen überhaupt nicht. Etwas knausrig zeigt sich Samsung bei den mitgelieferten Aufsätzen. Es stehen lediglich drei Grössen zur Verfügung, das machen andere Hersteller besser.

Die Auswahl an Aufsätzen ist etwas limitiert | Bild: vybe

Bei der Verarbeitung der In-Ears gibt es nichts zu beanstanden. Sie sitzen bombenfest in den Ohrmuscheln, sind IP57-zertifiziert und eignen sich daher problemlos für sportliche Aktivitäten. Vermutlich hatte ich auch etwas Glück mit der Passform, da meine Ohrmuschel perfekt mit dem grössten mitgelieferten Aufsatz harmoniert. Übrigens lässt sich über die Galaxy-Wearable-App prüfen, ob der verwendete Aufsatz passt.

Das komplett überarbeitete Ladecase steht dem in nichts nach und überzeugt mit einer leicht getönten, transparenten Optik. Die In-Ears lassen sich nun sehr einfach in das Ladecase einlegen, anders als das noch beim Vorgängermodell der Fall war.

Klang

Ich würde nicht behaupten, dass der Vorgänger klangtechnisch schlecht war, aber es gab zweifellos noch Luft nach oben – insbesondere mit Blick auf die starke Konkurrenz. Die gute Nachricht vorweg: Ja, die Galaxy Buds 4 Pro klingen noch einmal deutlich besser als die Galaxy Buds 3 Pro. Samsung ist es gelungen, das Klangbild der Galaxy Buds 4 Pro gezielt zu verfeinern. Es wirkt wärmer und harmonischer als das des Vorgängers.

Bild: vybe

Auch bei basslastigen Tracks mit vielen Vocals gelingt es den Galaxy Buds 4 Pro, die einzelnen Instrumente klar zu differenzieren und die Stimmen präsent, aber nie überlagert wiederzugeben. Damit muss sich Samsung auch nicht vor der starken Konkurrenz verstecken. Erfreulich ist, dass die In-Ears von Samsung klanglich so gut abgestimmt sind, dass sie sich für jedes Genre eignen.

Bei den Bluetooth-Codecs unterstützen die Buds 4 Pro folgende:

  • SBC
  • AAC
  • SSC (Samsung-only)
  • SSC UHQ (Samsung-only)

Die Galaxy Buds 4 Pro liefern einen insgesamt sehr guten Klang, der zumindest weit oben in der Bestenliste der aktuellen In-Ear-Kopfhörer mitspielt.

Noise Cancelling und Transparenzmodus

Die aktive Geräuschunterdrückung (ANC) oder eben Noise Cancelling galt beim Vorgänger nicht zur Paradedisziplin. Doch auch daran hat Samsung offensichtlich gefeilt und liefert mit den Galaxy Buds 4 Pro nun eine deutlich effektivere Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen, die gerade in lauten Umgebungen wie Pendlerzügen oder Cafés spürbar für Ruhe sorgt.

In der Galaxy-Wearable-App von Samsung lässt sich die Stärke der aktiven Geräuschunterdrückung bei Bedarf anpassen. Insgesamt stehen fünf Stufen zur Verfügung sowie eine adaptive Unterdrückung. Wird diese ausgewählt, passt sich die Geräuschunterdrückung automatisch und in Echtzeit an die Umgebungslautstärke an. Das hat im Alltag sehr gut funktioniert.

Wenn man sich für die aktive Geräuschunterdrückung entscheidet, kann man bei Bedarf eine Stimmen- und Sirenenerkennung aktivieren. Was ich jedenfalls bestätigen kann, ist, dass die Sirenenerkennung funktioniert. Wenn ein Krankenwagen oder ein Polizeiauto mit Blaulicht an mir vorbeigefahren ist, haben die Galaxy Buds 4 Pro automatisch in den Transparenzmodus geschaltet.

Apropos Transparenzmodus: Ich persönlich mag es überhaupt nicht, mit eingelegten In-Ears mit einer Person zu sprechen – egal, wie gut der Transparenzmodus ist. Mit anderen Worten: Ich nehme die In-Ears heraus und spreche dann mit meinen Mitmenschen. Für diesen Test habe ich mich jedoch dazu durchgerungen, die In-Ears ab und zu auch eingelegt zu lassen. Und ja, der Transparenzmodus funktioniert insgesamt gut, wobei Stimmen teilweise etwas verstärkt wirken.

Bild: vybe

Mikrofon und Telefonie

Kurz und bündig: Der Klang bei Telefongesprächen ist besonders in ruhigen Umgebungen gut bis sehr gut. Weder mein Gesprächspartner noch ich stellten grössere Probleme bei einem Testtelefonat fest. Das heisst, es gibt kein Rauschen oder Knacken in beide Richtungen.

Features und App

Vorab sei gesagt: Um den vollen Funktionsumfang der Galaxy Buds 4 Pro nutzen zu können, ist ein Smartphone von Samsung zwingend erforderlich. Doch auch mit Android-Smartphones muss man gewisse, aber glücklicherweise kleinere Abstriche machen. Mit einem Apple-Gerät sieht es richtig düster aus: Samsung bietet bereits seit einiger Zeit keine App mehr für iOS an. Das heisst, es ist schlichtweg nicht möglich, in irgendeiner Form eine Anpassung vorzunehmen.

Grundsätzlich ist es egal, ob Samsung oder Apple gleich vorgehen – ich mag diese exklusiven Funktionen nicht. Letztlich verschlechtern diese Einschränkungen das Produkt nur. Aber okay, Samsung und Apple erreichen weltweit hohe Verkaufszahlen, weshalb sie sich diese Einschränkungen offensichtlich leisten können. Für den Endverbraucher ist es hingegen Mist.

In Kombination mit einem Android-Gerät fallen die Einschränkungen, wie bereits erwähnt, jedoch eher klein aus. So setzen nur einzelne KI-Funktionen sowie der hochauflösende Audiocodec SSC von Samsung ein Galaxy-Gerät voraus. Auf alle anderen Funktionen kann über die Galaxy Wearables-App von Samsung mit jedem beliebigen Android-Gerät zugegriffen werden.

Nutzer eines Galaxy-Geräts von Samsung haben die Wearables-App quasi direkt in die Benutzeroberfläche One UI integriert und müssen keine zusätzliche App herunterladen. Egal, ob über die App oder direkt in den Einstellungen: Samsung bietet zahlreiche Einstellungen. Die verschiedenen Modi (aktives ANC, adaptives ANC und Transparenzmodus) lassen sich spielend einfach auswählen.

Wer sich etwas beim Klang austoben möchte, kann auf den Neun-Band-Equalizer zurückgreifen. Wer keine Lust darauf hat, aber den Klang dennoch etwas anpassen möchte, kann auf mehrere Presets zurückgreifen. Mehr als Spielerei werte ich die Funktion 360-Grad-Audio. Samsung verspricht damit einen lebendigen, immersiven Ton aus allen Richtungen. Hört sich spannender an, als das Resultat dann letztlich ist.

Samsung setzt bei den Galaxy Buds 4 Pro auf eine Pinch- und Touch-Steuerung. Die Belegung bzw. deren Funktion lässt sich zumindest teilweise in der App anpassen. Ganz frei ist man hingegen nicht. Alternativ zur klassischen Steuerung, gibts auch eine Sprachsteuerung. Damit lassen sich dann etwa Anrufe annehmen/ablehnen sowie die Wiedergabe und Lautstärke steuern. Funktioniert zwar, nutzte ich persönlich aber kaum.

Diese Features kannst du nur mit einem Galaxy-Gerät nutzen

Nun kommen wir zu den Features, die exklusiv mit dem Galaxy-Gerät von Samsung verwendet werden können. Dazu zählt überraschenderweise auch die Kopfgesten-Steuerung. Ein Anruf wird durch Nicken angenommen und durch Kopfschütteln abgelehnt – das ist sinnvoll. Wer Samsungs KI-Assistenten Bixby nutzt, kann die Fragen des Assistenten zusätzlich mit Ja oder Nein beantworten, indem er den Kopf nickt oder schüttelt.

Die Kopfgesten funktionieren nur mit einem Galaxy-Smartphone | Screenshot: vybe

Schade auch, dass die simultane Übersetzung eine Samsung-exklusive Funktion ist. Auf sie kann man übrigens auch direkt von einem Galaxy-Smartphone zugreifen, etwa mit dem neuen Galaxy S26 Ultra.

Bild: vybe

Akku und Ladecase

Samsung hat bei vielen Punkten deutlich nachgebessert, hinsichtlich der Akkulaufzeit gibt es jedoch keine Verbesserung. Mit aktivierter aktiver Geräuschunterdrückung (ANC) beträgt die Laufzeit ca. 6 Stunden. Ohne ANC sind bis zu sieben Stunden möglich. Zusammen mit dem Ladecase verlängert sich die Laufzeit auf ca. 26 Stunden. Zum Vergleich: Die Sony WF-1000XM6 erreichen mit aktivierter ANC-Funktion eine Laufzeit von ca. 8 Stunden.

Bild: vybe

Das Testfazit zu den Samsung Galaxy Buds 4 Pro

Samsung zeigt mit den Galaxy Buds 4 Pro, dass man an den richtigen Stellen nachgebessert hat. Deutliche Verbesserungegen gegenüber dem Vorgänger sind beim Klang und der aktiven Geräuschunterdrückung zu verzeichnen. Das Klangbild wirkt ausgewogener, wärmer und detaillierter. Auch das verbesserte ANC sorgt im Alltag für deutlich mehr Ruhe und funktioniert selbst in lauten Umgebungen. Damit spielen die Galaxy Buds 4 Pro ganz weit oben mit.

Beim Design überzeugt Samsung mit einer gelungenen Weiterentwicklung: Die Buds sind leicht, sitzen sicher und bieten einen hohen Tragekomfort, auch über längere Zeit. Kleine Schwächen gibt es bei den mitgelieferten Aufsätzen, da hier die Auswahl mit drei Aufsätzen etwas knapp ausfällt. Die Verarbeitung und das überarbeitete Ladecase hinterlassen hingegen einen hochwertigen Eindruck.

Kritischer zu sehen ist die Bindung an das Samsung-Ökosystem. Einige Funktionen entfalten ihr volles Potenzial nur in Kombination mit einem Galaxy-Smartphone, während iOS-Nutzer praktisch bzw. eigentlich ganz ausgeschlossen werden. Auch die Akkulaufzeit bleibt hinter einigen Konkurrenten zurück und wurde im Vergleich zu den Galaxy Buds 3 Pro nicht verbessert.

CTA Image

Kaufe dir die Samsung Galaxy Buds4 Pro jetzt auf Amazon. Für dich entstehen keine Mehrkosten, aber wir erhalten eine kleine Provision, die hilft, unseren Blog zu betreiben.

Jetzt auf Amazon anschauen