Ob auf «Instagram» oder «TikTok», mit einem kurzen Fingerwisch suchen unzählige Menschen den kurzen Dopaminkick: Büsivideos, Ragebait, Memes und garantiert ehrliche Werbung einer Influencerin. Das sogenannte «Doomscrolling» ist bei vielen Nutzerinnen und Nutzern fester Bestandteil des Alltags geworden.
Und das will sich das Hamburger Start-up Minit Games zunutze machen. Es setzt auf einen Feed voller kleiner Mini-Games, die man direkt in der App spielen kann, ohne sie erst herunterladen zu müssen. Für diese Idee gibt es jetzt 2 Millionen US-Dollar Vorfinanzierung.
«Gameification» im Feed
Laut einer Medienmitteilung hat Minit Games die Entwicklungsphase seiner KI-gestützten Short-Form-Plattform abgeschlossen. Statt grosse Games herunterzuladen, setzt das Unternehmen auf kurze HTML5-Titel, die direkt im Stream geladen werden.
Mitgründer Ole Schaper bringt es so auf den Punkt: Games seien noch «in Stores gefangen», während sich Nutzer längst an algorithmische Feeds gewöhnt hätten. Minit Games wolle diese Lücke schliessen.
Geplant ist der Start in eigenen iOS- und Android-Apps sowie im Web. Auch eine Einbettung in Messenger-Dienste wie Discord und Telegram ist laut einem Bericht von «Pocket Gamer» vorgesehen.
Sony buttert Geld rein
Die Vorfinanzierung in Höhe von 2 Millionen US-Dollar wird von LVP und dem Sony Innovation Fund angeführt. Zudem beteiligen sich mehrere Business Angels. Darüber berichteten verschiedene Branchenmedien.
Mit dem Kapital will Minit Games die technische Skalierung vorantreiben und einen Alpha-Start vorbereiten.
Meine Meinung
Technisch ist das eine spannende und durchaus logische und reizvolle Idee. Lässt sich bestimmt auch gut vermarkten und als Plattform nutzen. Ich sehe tatsächlich aber die Gefahr, dass Nutzende mit der «Gamification» von Algorithmen künftig noch mehr Zeit an ihren Handys kleben.