Kleinformatige Taschenbücher haben es am heutigen Markt schwerer.
Kleinformatige Taschenbücher haben es am heutigen Markt schwerer. (Bild: vybe)
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Beliebtes Buchformat steht vor dem Aus

Chris Bucher
Chris Bucher

Das klassische Mass-Market-Paperback – einst ein Symbol für günstigen und breiten Zugang zur Literatur – steht offenbar vor dem Aus. Branchenbeobachter sprechen von einem tiefgreifenden Strukturwandel im Buchmarkt, der das traditionsreiche Format zunehmend verdrängt.

Noch vor gut 20 Jahren gehörten die kleinen, preiswerten Taschenbücher zum festen Sortiment in Supermärkten, Kiosken, Flughäfen und Bahnhöfen. Obwohl das Format vor allem im englischsprachigen Raum bekannt ist, findet man es auch im Schweizer Buchhandel. Mass Market Paperbacks sind in der Regel nur 17 Zentimeter hoch und 11 Zentimeter breit, während reguläre Taschenbücher 20 x 13 Zentimeter messen.

Links ein normales Taschenbuch, rechts ein Mass Market Paperback.
Links ein normales Taschenbuch, rechts ein Mass Market Paperback. (Bild: vybe)

Doch seit Jahren brechen die Verkaufszahlen dramatisch ein. Von rund 131 Millionen verkauften Exemplaren im Jahr 2004 fiel der Absatz bis 2024 auf nur noch etwa 21 Millionen Stück, wie «Publishers Weekly» schreibt.

Einen entscheidenden Einschnitt markierte die Entscheidung des US-Grossdistributors ReaderLink, die Distribution von Mass-Market-Paperbacks Ende 2025 einzustellen. Branchenexperten werten dies als «schweren Schlag» für ein Format, das über Jahrzehnte den Buchmarkt geprägt hat.

Die Konkurrenz wächst

Als Hauptgründe für den Rückgang gelten die zunehmende Konkurrenz durch E-Books und Hörbücher sowie veränderte Konsumgewohnheiten. Gleichzeitig gewinnen grössere und oft teurere Formate wie Trade Paperbacks oder Hardcover-Ausgaben an Bedeutung – nicht zuletzt durch Trends in sozialen Medien wie «BookTok». Denn hier geht ohne aufwändigen Farbschnitt oder Sonderausgaben oft gar nichts.

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Kritikerinnen und Kritiker sehen darin auch eine gesellschaftliche Problematik Das Mass-Market-Paperback galt lange als besonders niederschwelliger Zugang zur Literatur, insbesondere für einkommensschwächere Bevölkerungsschichten. Sein Verschwinden könnte den Zugang zu Büchern erschweren und die Leseförderung beeinträchtigen, befürchtet «The Week».

Trotz der deutlichen Entwicklung sprechen einige Stimmen noch nicht von einem endgültigen Ende. Vielmehr handle es sich um ein langsames Auslaufen eines Formats, das zwar an Bedeutung verliert, aber punktuell weiterhin bestehen könnte.

Meinung

Ich bin ein Fan der kleinen, oft billig produzierten Taschenbüchern. Sie passen wunderbar in eine Hosen- oder Jackentasche, sind handlich und leicht. Auch wenn die Qualität des Papiers zu wünschen übrig lässt und sie nach einmal Lesen schon aussehen, als hätte eine Kuh darauf herumgetrampelt, mag ich das Format.

Auch, weil es oft einiges günstiger ist, als die hochwertigeren Taschenbücher oder Hardcover. Denn in Zeiten – besonders in der Schweiz – in denen selbst Taschenbücher immer teurer werden, schätze ich eine kostengünstige Alternative.