Die Penguin Random House Verlagsgruppe zieht vor Gericht – und zwar gegen OpenAI. Im Zentrum: urheberrechtlich geschützte Inhalte rund um das Kinderbuch «Kleine Drache Kokosnuss». Der Fall zeigt, wie konkret der Konflikt zwischen KI und Kreativen inzwischen geworden ist.
Laut Medienmitteilung hat die Verlagsgruppe beim Landgericht München Klage gegen die europäische OpenAI-Tochter eingereicht. Der Vorwurf: Der Chatbot ChatGPT gebe Inhalte aus den Büchern von Ingo Siegner in erkennbarer Form wieder – inklusive Illustrationen, die dem Original stark ähneln.
Konkret geht es um die bekannte Kinderbuchreihe «Der kleine Drache Kokosnuss». ChatGPT soll auf einfache Eingaben hin Textpassagen reproduzieren, neue Geschichten im Stil der Vorlage generieren und sogar komplette Buchkonzepte inklusive Cover und Klappentext vorschlagen.

Unerlaubte «Memorisierung»
Aus Sicht des Verlags deutet vieles darauf hin, dass die Werke von Siegner unerlaubt im Training der KI gelandet sind. Die Inhalte seien im Modell quasi «gespeichert» und könnten bei Bedarf wieder ausgegeben werden.
Juristisch wird das als unzulässige Vervielfältigung und öffentliche Zugänglichmachung eingeordnet. Zusätzlich sieht sich auch der Verlag selbst in seinen Verwertungsrechten verletzt.
Es geht nicht nur um konkrete Inhalte, sondern auch um Transparenz. Der Verlag fordert, dass KI-Systeme künftig besser kennzeichnen oder verhindern, wenn menschliche Autorennamen für KI-generierte Inhalte verwendet werden.