Nicht nur zum gamen geeignet: Das Inzone H9 II Headset von Sony.
Nicht nur zum Gamen geeignet: Das Inzone H9 II Headset von Sony. (Bild: vybe)
Test Hardware-Test Sony

Inzone H9 II im Test: Sony gibt was auf die Ohren

Chris Bucher
Chris Bucher

Inhaltsverzeichnis

Wenn man in einem Haus lebt, das schlechter schallisoliert ist als ein Zelt aus Seidenpapier, dann braucht man entweder eine Engelsgeduld, Nerven aus Stahl – oder verdammt gute Kopfhörer.

Ich wohne in so einem Haus. Und da ich die Leidenschaft meines Nachbarn, stundenlang Freejazz zu hören, genauso wenig teile, wie er meine fürs Playstation-Spielen, sind gute Kopfhörer mit Noise Cancelling unabdingbar. Darum habe ich für euch das Inzone H9 II Gaming-Headset von Sony getestet.

Diese Kopfhörer gehören zur neuen Gaming-Zubehör-Linie von Sony, die in Zusammenarbeit mit dem E-Sports-Team Fnatic entwickelt wurden. Sony hat mir ein Exemplar für diesen Test zur Verfügung gestellt.

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Eine Frage der Verbindung

Die PS5 und Bluetooth – das ist bekanntlich keine Liebesgeschichte. Also erst den im Lieferumfang enthaltenen USB-C-Dongle bei der Konsole einstecken, Kopfhörer starten, Bluetooth-Knöpfchen drücken und voilà: verbunden. Alternativ kann ich das Headset auch klassisch per Klinke am Controller einstöpseln.

Kabellos ist aber klar mein Favorit, auch weil der Akku gemäss Hersteller bis zu 30 Stunden durchhält (ohne aktiviertem Noise Cancelling). In der Praxis heisst das, dass ich mehrere lange Abende gamen oder Filme und Serien gucken kann, ohne Gefahr zu laufen, das USB-C-Ladekabel zur Hand nehmen zu müssen.

Im Lieferumfang sind ein Klinken-Kabel, ein USB-C Kabel, der Dongle, Mikrofon und eine Tasche enthalten.
Im Lieferumfang sind auch ein Klinken-Kabel, ein USB-C Kabel, der Dongle, Mikrofon und eine Tasche enthalten. (Bild: vybe)

Ist der Akku dann doch mal zur Neige gegangen, gibt es eine Schnellade-Funktion, die in fünf Minuten genug Saft für rund eine Stunde Betrieb liefert. Perfekt also, wenn das Match – oder die Folge – noch nicht zu Ende ist.

Keine Last auf dem Kopf

Der Tragekomfort ist eine der grossen Stärken des Inzone H9 II Gaming-Headset. Die Bügel sind verstellbar, die geschlossenen Ohrpolster schmiegen sich angenehm an die Lauscherchen und üben so wenig Druck aus, dass man sie kaum spürt – auch nicht nach längeren Sessions. Mit rund 260 Gramm (ohne Mikrofon) ist das Headset erfreulich leicht.

Die obere Tragebügel lässt sich stufenlos regulieren.
Die obere Tragebügel lässt sich stufenlos regulieren. (Bild: vybe)

Auch der bei geschlossenen Over-Ear-Modellen oft kritisierte «Badewannen-Effekt», also ein leichter Hall, konnte ich nicht ausmachen. Und ich hatte auch nach längeren, hitzigen Sessions keine verschwitzten Ohren, wie das bei anderen Modellen teils bereits nach einer Stunde der Fall war.

Knöpfe am Ohr

Einzelne Funktionen lassen sich direkt an den Ohrmuscheln bedienen. Das ist angenehm unkompliziert und funktioniert auch blind – sofern man die Position der Knöpfe einmal verinnerlicht hat. So lässt sich per Knopfdruck etwa die Lautstärke regeln, das Noise Cancelling an- oder ausstellen und das Mikrofon stummschalten.

Apropos Ruhe: Das Noise Cancelling funktioniert richtig gut. Damit bleibe ich von Freejazz-Sessions des Nachbarn verschont, selbst in ruhigeren Spielmomenten. Für mich ist das Gold wert.

Viele Einstellungen lassen sich direkt über die Ohrmuscheln anpassen. (Bild: vybe)
Viele Einstellungen lassen sich direkt über die Ohrmuscheln anpassen. (Bild: vybe)

Das Mikrofon ist optional und wird links angesteckt. Praktisch für alle, die nicht immer reden müssen (oder wollen). Die Qualität passt: In Multiplayer-Matches bleibt man verständlich, auch wenn rundherum Granaten fliegen.

Schwarz und Weiss

Die Headphones gibt’s in Schwarz oder Weiss. Die schwarze Version ist etwas anfällig für Fingerabdrücke, aber ganz ehrlich? Das simple und unaufgeregte Design passt mir hervorragend. Ich brauche nichts Blinkendes oder Fancy-Gaming-Gedöns. Beim Zocken sehe ich mich sowieso nicht – und das ist auch besser so, sonst müsste ich zuerst meine Körperhaltung kritisieren, bevor ich über das Aussehen von Kopfhörer motze.

Wer statt an der PS5 lieber am PC spielt, kann über die Inzone-Hub-Software noch vertieft an Einstellungen wie EQ und Bass schrauben. An der Konsole ist man in dieser Hinsicht eingeschränkter, aber in der wichtigsten Kategorie überzeugt der H9 II auch so: dem Klang.

Der Klang hat seinen Preis

Kurzfassung: Ohrgasmus. Langfassung: Ich habe die H9 II mit soundtechnisch anspruchsvollen Games getestet – «Hellblade II: Senua’s Sacrifice», «Battlefield 6» und «Silent Hill 2». In allen Fällen war das Ergebnis sehr überzeugend.

Wuchtige Explosionen, das beklemmende Geflüster in Senuas Kopf oder die knackenden Gelenke der unheimlichen Krankenschwestern von Brookhaven Hospital – alles ist sauber ausbalanciert, druckvoll und immersiv. Gerade, wenn man die Aussenwelt auditiv per Knopfdruck ausblendet, kann man wunderbar in fremde Welten abtauchen.

Allerdings hat die gute Akustik ihren Preis. Mit rund 319 Franken (direkt bei Sony) sind die Inzone H9 II Headphones kein Schnäppchen. Das Gerät eignet sich übrigens auch für Nicht-Gamer. So lässt sich das Headset auch mit Handys koppeln, um damit beispielsweise Musik zu hören.

Mein Fazit

Der Inzone H9 II Kopfhörer ist ein sehr starker Gaming-Kopfhörer der vor allem beim Komfort, Klang und Noise Cancelling-Funktion punktet. Wer bereit ist, den Preis zu zahlen, bekommt ein durchdachtes Gesamtpaket – und wird beim Zocken akustisch ziemlich verwöhnt.